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Terminal Tribune

18. März 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

Rheinmetall liefert Lynx KF41 Kampfpanzer an die Ukraine

18. März 2026 · aus dem Archiv

**„Stahl, der spricht – und dann die Hölle.“**

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Es ist ein seltsames Gefühl, wenn ein Konzernticker wie Rheinmetall plötzlich zum Lieferanten der Ukraine wird. Kein Wunder, dass die Kontroversen schon im Vorfeld wie ein Granatsplitter in den politischen Debatten liegen. Die ersten Lynx KF41 sollen nun anrollen – 48 Stück, laut den offiziellen Pressemitteilungen. Nicht mehr, nicht weniger. Eine Division? Nein. Ein Verband, vielleicht. Aber genug, um in der Ukraine für Aufsehen zu sorgen. Und das ist genau der Punkt.

Die Lynx sind kein Spielzeug. Ein 60-Tonner mit 120-Millimeter-Glattrohrkanone, die auch gegen gepanzerte Ziele aus der Ferne spricht. Der Turm ist nicht aus Stahlblech zusammengehämmert, sondern aus Verbundwerkstoffen gepresst – damit die 6000 Liter Treibstoff nicht sofort in die Luft fliegen, wenn ein 300-Kilogramm-Sprengkörper aus der russischen Luftabwehr reinfliegt. Die Ukraine hat in den letzten Monaten genug davon gesehen, wie solche Panzern sich in Schrott verwandeln. Rheinmetall verspricht „hohe Überlebensfähigkeit“ – ein Euphemismus, der in der Praxis bedeutet: Der Soldat hat eine Chance, nicht verbrannt zu werden.

Aber die Lynx sind kein Allheilmittel. Die Ukraine hat Hunderte von T-72 und T-80, die seit den 1980er-Jahren im Lager stauben. Die Russen haben mehr. Und die Russen haben auch die Artillerie, die Drohnen und die Raketen, die alles, was auf Rädern oder Ketten läuft, in die Luft jagen. Die Frage ist nicht, ob die Ukrainer mit den neuen Panzern weiterkommen – die Frage ist, ob sie die Verluste ausgleichen können, die sie in den letzten Jahren schon erlitten haben.

Die EU hat gerade ein 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine genehmigt. Eine halbe Billion, wenn man die bisherigen Hilfen zusammenrechnet. Das Geld soll auch für Waffen und Munition fließen. Gut. Aber Geld allein macht keine Panzertruppen. Es braucht auch die Leute, die sie fahren. Die Ukraine hat seit dem Beginn des Krieges schätzungsweise 100.000 Soldaten verloren. Und die russischen Verluste? Offiziell sprechen sie von „Opfern“, aber selbst die Moskauer Propaganda gibt zu, dass sie im ersten Kriegsjahr etwa 15.000 Tote und Verletzte hatten. Die ukrainischen Zahlen sind höher. Beide Seiten werden sie nicht öffentlich machen, weil sie zeigen, dass der Krieg länger dauert als geplant.

Die Rüstungsindustrie verdient an alledem. Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann, die amerikanischen Riesen wie Lockheed – sie alle haben in den letzten Jahren Rekordgewinne eingestreift. Die Lobby arbeitet auf Hochtouren. In Berlin, Washington, Brüssel. Die Politik tut so, als würde sie die Entscheidungen frei treffen, aber am Ende sind es die Zahlen, die sprechen. Und die Zahlen sagen: Mehr Waffen. Schnellere Lieferung. Höhere Risiken.

Ich war einmal Soldat. Ich kenne den Geruch von verbranntem Öl und Explosivstoff. Ich kenne das Gefühl, wenn ein Panzer durch das Feuer der Artillerie rollt und du weißt, dass jeder Meter zählt. Die Lynx sind ein Schritt in die richtige Richtung. Aber sie werden nicht den Krieg gewinnen. Sie werden nur helfen, die Verluste zu minimieren – oder sie zu verdoppeln, wenn sie nicht richtig eingesetzt werden.

Die Frage ist nicht, wer die Panzern baut. Die Frage ist, wer sie fährt. Und ob sie es schaffen, am Ende des Tages noch zu leben.

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