Börse 1937
Terminal Tribune

20. März 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

Lockheed Martin und Rheinmetall erweitern Zusammenarbeit in Rüstungsbereich

20. März 2026 · aus dem Archiv

**STAHL FÜR DIE SAHEL-EXPEDITION. WIE ALWAYS.**

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Wenn Lockheed Martin und Rheinmetall ihre Hände schütteln wie zwei ehemalige Frontsoldaten, die sich im Schützengraben der Zukunft die Schulterklappen geben, dann ist das kein Zufall. Es ist kein Freundschaftsabkommen. Es ist ein Rüstungsbündnis mit einem klaren Ziel: Wer heute Stahl bestellt, kauft sich ein Ticket in den nächsten Konflikt. Punkt.

Die beiden Konzerne haben im April 2025 bekannt gegeben, dass sie ihre Zusammenarbeit vertiefen – nicht etwa, um Blumen zu züchten oder Saatgut zu verteilen. Nein, sie wollen Raketenabwehrsysteme bauen. Und nicht irgendwo. In Saudi-Arabien. Ein Land, das schon heute mehr Panzer besitzt als die meisten EU-Staaten zusammen und dessen Königshaus sich gerne wie ein modernes Rom aufspielt. Die Rüstungsindustrie ist dort kein Nischengeschäft, sie ist Staatsdoktrin.

Warum Saudi-Arabien? Weil dort die Fabriken stehen, die die nächste Generation von Killern pressen werden. Die Amerikaner bringen die Software, die Sensoren, die Raketen – Lockheed hat sich in der Raketenabwehr längst zur Weltmacht gemausert, seit es die Patriot-Systeme erfunden hat, die in Golfkriegen und über Afghanistan flogen wie ein Schutzengel (für die richtigen Leute). Rheinmetall bringt die deutsche Ingenieurskunst: die Panzerschutzsysteme, die Fernrohre, die Munition, die nicht verrostet, wenn sie im Wüstensand landet. Zwei Häuser, ein Ziel. Die Wüste als Testgelände.

Und die deutsche Regierung? Die steht daneben und nickt. Denn seit die Ukraine-Krise die Rüstungsindustrie auf Touren gebracht hat, gibt es in Berlin kaum noch ein Ministerium, das nicht nach mehr Waffen ruft. Die Exporte sind auf Rekordniveau – nicht nur in die Ukraine, sondern auch in Länder, die sich mit Deutschland nie gut verstanden haben. Weil Geld ist. Und Macht. Und weil irgendwo jemand die Rechnungen bezahlt, die die Fabriken in Düsseldorf oder Karlswerk am Laufen halten.

Aber hier kommt der Haken. Denn wenn man Stahl bestellt, bedeutet das immer auch: Irgendwann wird jemand sterben. Nicht morgen. Nicht in zehn Jahren. Aber irgendwann. Die Raketenabwehrsysteme, die Lockheed und Rheinmetall bauen, sind nicht für die nächste Olympiade gedacht. Sie sind für den nächsten Schusswechsel. Für die nächste Eskalation. Und Saudi-Arabien ist nur der Anfang. Die Technologie wird weiterverkauft, die Lizenzmodelle laufen, und plötzlich fliegen diese Systeme irgendwo in Afrika oder im Nahen Osten – wo sie vielleicht nicht die richtigen Raketen abwehren, sondern die falschen Köpfe schützen.

Die Frage ist nicht, ob die Rüstungslobby die Entscheidungen in Washington oder Berlin lenkt. Die Frage ist, ob es überhaupt noch andere Entscheidungen gibt. Wenn die Fabriken laufen, wenn die Verträge unterzeichnet sind, wenn die ersten Lieferungen gehen, dann ist der Krieg schon da. Nur noch nicht an der Front. Sondern in den Büros. Wo die Zahlen nicht mehr in Soldaten gemessen werden, sondern in Millionen. In Dollars. In Kalibern.

Und wir sitzen hier. Im Terminal. Und schreiben darüber. Weil wir wissen, dass am anderen Ende der Welt gerade jemand einen Panzer startet. Oder eine Rakete. Oder einfach nur bestellt.

**Hagen.** *Terminal Tribune.*

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