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Terminal Tribune

24. März 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

EU-Agrarpolitik: Konflikte um Glyphosat, Landgrabbing und PFAS

24. März 2026 · aus dem Archiv

**DIE ERDE SCHWEIGT. DIE EU REDET. UND DIE STADT ESST DABEI.**

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Die Felder in Rumänien stinken nach Glyphosat, wenn der Wind von den Monokulturen der Maria Group kommt. Ein Geruch wie verbranntes Eisen, der in der Kehle bleibt – aber die Leute da unten wissen längst, was das bedeutet. Die Erde saugt sich voll mit dem Zeug, das Bayer und Monsanto seit Jahrzehnten als „harmlos“ verkaufen, während die Chemiefabriken in Deutschland weiter qualmen. Die Kommission in Brüssel hat jetzt wieder fünf Jahre Zeit, um das zu entscheiden, was die Bauern seit 20 Jahren wissen: Glyphosat tötet nicht nur Unkraut, sondern auch die Bienen, die Erde und irgendwann auch die, die es sprühen.

Dabei ist das nur ein Teil des Problems. Die andere Seite des Feldes ist noch schlimmer: die Landgrabbing-Mafia. Katar kauft sich in Kenia 40.000 Hektar, als wäre es ein Spekulationsobjekt statt ein Stück Leben. Die Maria Group hat in Rumänien 65.000 Hektar gepachtet, wo früher Familien seit Jahrhunderten Kartoffeln in die Erde gesteckt haben. Die Regierung in Madagaskar ist gestürzt worden, weil Daewoo plötzlich die Hälfte der Insel unter Vertrag setzen wollte. Die EU redet von „nachhaltiger Entwicklung“, aber solange die Banken und Fonds die Felder kaufen wie Immobilien, wird es keine Bauern mehr geben, die wissen, wie man Saatgut rettet.

Und dann sind da noch die unsichtbaren Giftstoffe, die PFAS. Die „Für-immer-Chemikalien“, die in Plastikverpackungen, in Regenjacken, in den Düngemitteln sitzen und irgendwann im Wasser landen – und dann im Brot, in der Milch, im Blut. Die USA haben schon erste Verbote, aber die EU zögert. Warum? Weil die Industrie wieder einmal mehr Profit aus der Angst schlägt. Die Bauern wissen das. Sie wissen, dass das Wasser nach einem Glyphosat-Sprühen schmeckt wie Metall. Sie wissen, dass die Erde nach drei Jahren Maismonokultur wie Pappkarton riecht. Aber die Stadt, die jetzt über „nachhaltige Ernährung“ diskutiert, hat nie einen Spaten in die Hand genommen.

Die Felder reden. Sie flüstern von vertrockneten Wurzeln, von Regen, der wie Sand durch die Finger rieselt. Sie erzählen von den Banken, die die letzten Höfe abreißen, von den Chemiefirmen, die die Erde mit Gift füttern, und von den Politikern, die weiter reden, während die Erde stirbt. Die EU hat jetzt wieder fünf Jahre Zeit. Vielleicht reicht das, um zu verstehen, dass Brot mehr kostet als Preise in der Supermarktwoche. Vielleicht reicht es, um zu hören, was die Erde sagt, bevor sie den letzten Korn gar nicht mehr trägt.

**Ida Feuerbach**

❖ Ende des Artikels ❖

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