Börse 1937
Terminal Tribune

24. März 2026

Dossier · Finanzen & Wirtschaft

Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Geopolitik: Finanzrisiken in Europa und weltweit

24. März 2026 · aus dem Archiv

**"50 MILLARDEN. ODER: WARUM DIE BANKEN SCHWITZEN, WENN SIE ZÄHLEN"**

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Die Zahlen liegen wie ein fauler Schnee auf den Straßen Europas – erstickt die Stadt, doch keiner weicht aus. Die Cum-Ex-Rechnung, die die EU-Kommission diesmal *nicht* in Klammern setzt, sondern in roter Tinte: **50 Milliarden Euro**, die Deutschland im Steuerparadies der Cum-Cum-Tricks versickert sind. Nicht die 24 Milliarden aus den *CumEx-Files* von 2015, sondern ein gnadenloses Aufguss – und das ohne konkrete Schuldzuweisung, wie so oft, wenn es um die Kunst geht, Steuern in Luft zu zerstreuen. Der Bundesgerichtshof hat die Urteile bestätigt, aber die Banken, die diese Summen über Nacht zwischen Briefkastenfirmen und leeren Depotkonten hin- und hergeschoben haben, sitzen immer noch in ihren Nadelstreifen und rauchen Pfeife, als wäre nichts. Dabei *wissen* sie. Sie haben die Bücher gesehen, die *echten* Bücher, nicht die, die später mit Stiften nachgebessert wurden. Und sie wissen: Jeder Euro, der nicht beim Fiskus ankommt, wird irgendwo anders gezählt – bei den Mietskasernen, den Krankenhäusern, den Schulen, die jetzt *noch* ein bisschen weniger Geld haben.

Denn Geld ist wie Wasser: Es fließt immer dorthin, wo es am wenigsten gespürt wird. Die Financial Action Task Force (FATF) hat die British Virgin Islands auf die *Grey List* gesetzt – weil dort *wieder einmal* niemand fragt, wer hinter den Briefkastenfirmen steht. Die Cayman Islands hingegen wurden von der EU-AML-Blacklist gestrichen, weil sie *irgendwann* beschlossen haben, sich zu waschen. Doch was nützt die sauberste Fassade, wenn das Schwarzgeld weiter fließt? Die Zahlen der FATF sind keine Warnungen, sie sind *Versprechen*: Irgendwann wird man euch durchleuchten. Bis dahin könnt ihr weiter tun, was ihr immer tut – Geld wäschen, Steuern hinterziehen, und wenn die Polizei klopft, einfach sagen, ihr hättet ja *fast* Compliance umgesetzt.

Und dann ist da noch die Decentralized Finance – DeFi, wie es die Banken nennen, als wäre es nicht einfach nur der nächste Ort, an dem man Steuern hinterziehen und Geldwäsche betreiben kann, ohne dass jemand fragt. Die EU plant *MiCA II*, ein Regulierungsrahmenwerk, das so konkret ist wie ein Schattenschatten. Compliance für DeFi? Wer soll das kontrollieren? Die Blockchain? Die Blockchain weiß nicht, wer hinter einer Adresse steckt – sie weiß nur, dass jemand einen Smart Contract unterschrieben hat. Und dieser Jemand? Vielleicht ein Politiker. Vielleicht ein Oligarch. Vielleicht ein Mann in einem Nadelstreifen, der gerade seine Pfeife ausbläst und denkt, dass die Welt ihm gehört.

Und dann der Ukraine-Krieg. Die Wagner-Gruppe, die sich angeblich über den Iran finanziert. Der Iran-Botschafter, der droht. Die Zahlen? Fehlend. Die Beweise? Verschleiert. Aber die Logik ist einfach: Wenn Russland und der Iran Handeln tun, dann geht es um mehr als nur Panzer und Raketen – es geht um Geld. Um die letzten 50 Milliarden, die irgendwo zwischen Briefkastenfirmen und Bankkonten verschwunden sind. Und wenn die EU und die USA das nicht stoppen, dann wird irgendwann jemand anders zahlen. Nicht die Banker. Nicht die Politiker. Sondern wir. Die, die am Ende immer zahlen müssen: die, die die Rechnung präsentiert bekommen.

Die Pfeife ist ausgeblasen. Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Und die Frage ist nicht, ob die Welt untergeht – sondern *wann*.

**Ezra Wolff** *Terminal Tribune*

❖ Ende des Artikels ❖

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