Börse 1937
Terminal Tribune

26. März 2026

Dossier · Energie & Klima

Fossile Energien beherrschen noch den globalen Energieverbrauch

26. März 2026 · aus dem Archiv

**"DIE MACHT DER ÖLHERRN: WIE DIE WELT NOCH IM TEER SCHWIMMT"

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Die Erde stöhnt, aber die Spritkanne bleibt voll. Immer noch. Immer wieder. 80 Prozent der Energie, die die Menschheit verschlingt, kommt aus dem Boden. Aus demselben Schlamm, der schon 1937 die Hände von Jack Hollis nachschwarzen ließ, als er mit 16 Jahren das erste Mal den Hahn aufdrehen musste – und die Männer oben in den Boardrooms die Rechnung schrieben. Damals wie heute: Die Ölbarone drehen den Hahn auf. Sie drehen ihn zu. Beide Male kostet es Leben. Nur diesmal sind es nicht nur die Arbeiter auf den Feldern, sondern die ganze verdammte Welt.

Die Zahlen lügen nicht. Öl, Gas, Kohle – das Dreigestirn der Ausbeutung – deckt immer noch drei Viertel unseres Energiebedarfs. Öl allein macht 33 Prozent aus. Genug, um Tankstellen von Texas bis Tokio zu füllen, genug, um Fabriken am Laufen zu halten, genug, um Kriege zu finanzieren. Und die Klimaverhandler? Die reden von Netto-Null bis 2050. Als ob Zeit Geld wäre. Als ob die nächsten vier Jahrzehnte eine Ewigkeit wären. Die Wahrheit ist: Jeder Tag, an dem wir weiter auf fossile Brennstoffe setzen, ist ein Tag, an dem die Erde heißer wird. Ein Tag, an dem Kinder in Bangladesch für 30 Cent pro Tag Wasser kaufen müssen, das sie sich nicht leisten können. Ein Tag, an dem die Reeder in Saudi-Arabien ihre U-Boote mit Öleinnahmen ausrüsten, während die Fischer in Nigeria um die letzte Tankladung betteln.

Und dann kommt der Ukraine-Krieg. Plötzlich wird Gas knapp. Die Preise explodieren. Die Ölbarone reiben sich die Hände. Sie haben das ganze Ding erwartet. Sie haben die Krise gezüchtet. Sie wissen genau, dass Europa jetzt nach neuen Lieferanten sucht – nach Russland, nach Katar, nach den Vereinigten Arabischen Emiraten. Und wer gewinnt? Die Konzerne. Die gleichen, die seit Jahrzehnten die Klimakrise verschärfen. Shell, Exxon, Total. Sie pumpen weiter. Sie bauen neue Pipelines. Sie kaufen sich Lobbys in Brüssel, in Washington, in Peking. Und die Politiker? Die lassen sich kaufen. Wie sonst?

Die Internationale Energieagentur warnt vor einem „Goldrausch“ bei fossilen Projekten. Als ob das eine Überraschung wäre. Die Weltwirtschaft ist auf Öl angewiesen. Die Industrie. Die Landwirtschaft. Die Militärmaschinerie. Und die Reichen? Die fliegen mit ihren Privatjets. Sie heizen ihre Villen. Sie trinken ihre Bourbon – nicht mein Bier, versteht sich – während die Armen in den Slums ohne Strom im Dunkeln sitzen.

Die Frage ist nicht, ob wir aussteigen können. Die Frage ist: *Wann*? Und vor allem: *Zu welchem Preis?* Denn eines ist klar: Solange die Ölbarone den Hahn halten, wird die Welt weiter im Teer schwimmen. Und wir? Wir zahlen die Rechnung. Immer. Immer wieder.

❖ Ende des Artikels ❖

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