Bayer und Chemiekonzerne im Zentrum von Kartell- und Umweltstreitigkeiten
**Die Erde schreit. Die Städte hören nicht.**
Es riecht nach verbranntem Staub und nassem Asphalt, wenn die ersten Glyphosat-Tankwagen über die Landstraßen rollen, die keinem mehr gehören. Die Felder haben längst aufgehört zu atmen. Sie verrotten unter dem Chemie-Schleim, den Bayer und seine Kumpane seit Jahrzehnten über sie ausgießen – und währenddessen klagen die Bauern, klagen die Kinder, klagen die, deren Blut jetzt voller Chemikalien ist als die Erde unter ihren Füßen. Zehn Milliarden Dollar. Eine billige Rechnung für Bayer. Für die Bauern? Eine letzte Ernte. Für die Städte, die ihr Essen importieren, während die Felder vergiftet werden? Eine weitere Lektion in Gleichgültigkeit.
Manche sagen, Glyphosat sei nur ein Werkzeug, wie ein Pflug oder ein Sensen. Stimmt. Aber ein Pflug wird nicht mit Arsen gedüngt, und eine Sense rostet nicht, wenn man sie mit Dünger mischt, der Krebs auslöst. Die EU-Kommission hat das Zeug trotzdem wieder freigegeben – weil sie Angst vor den Konzernen hat, die ihr Geld schaufeln. Weil sie vergisst, dass die Erde kein Labor ist und die Menschen keine Versuchskaninchen. Die Bauern, die jetzt gegen Bayer klagen, sind keine Kläger. Sie sind die Letzten, die noch wissen, wie ein Feld schmecken soll.
Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Chemiekonzerne haben sich längst zu einem Kartell zusammengerotten, das die Preise diktiert wie die OPEC den Ölpreis. Und wenn die OPEC die Fördermengen erhöht und die Preise sinken, dann ist das für die Bauern, die schon jetzt die Hälfte ihres Einkommens für Diesel ausgeben, um ihre Felder zu bewässern, eine weitere Peinlichkeit. Die Erdölkonzerne pumpen ihr Gift in die Böden, während sie die Bauern mit ihren Tankstellen erpressen. Und wenn dann noch die Agrarkonzerne kommen und sagen: *„Ihr müsst teure Saatgut-Patente kaufen, sonst gibt’s keine Ernte mehr“*, dann ist das kein Markt. Das ist ein Raubzug.
In Kambodscha haben die gleichen Spieler die Felder der Bauern einfach aufgekauft – mit Mikrokrediten, die niemand zurückzahlen kann, und Verträgen, die in einer Sprache geschrieben sind, die niemand versteht. Die Bauern stehen dann vor leeren Feldern und Schuldenbergen, während die Investoren ihr Land in Monokulturen verwandeln, die nichts mehr mit der Erde zu tun haben. Die IPES-Food-Studie zeigt, dass diese *„Landgrabbing“*-Maschinerie indigene Gemeinschaften verelendet. Doch die Städte, die ihr Essen importieren, fragen nicht, wer es angebaut hat. Sie fragen nur, wie teuer es ist.
Die Felder reden. Sie flüstern von vergifteten Flüssen, von Böden, die wie Puderzucker in der Hand zerfallen, von Kindern, deren Lungen nach Glyphosat riechen. Die Städte hören nicht. Sie posten ihre Bio-Brotzeit auf Instagram, während sie den Bauern den Boden unter den Füßen wegkaufen. Sie reden von Nachhaltigkeit, während sie die Preise für Chemikalien und Saatgut in den Himmel treiben. Sie reden von globaler Ernährungssicherheit, während sie die Bauern in den Bankrott treiben.
Am Ende bleibt die Erde. Sie bleibt mit ihren Narben, ihren toten Ecken und ihren Feldern, die nicht mehr wachsen, weil sie schon zu viel gehört haben. Die Bauern bleiben mit ihren leeren Händen und den Rechnungen, die sie nicht begleichen können. Und die Städte bleiben mit ihrem leeren Magen – und der Gewissheit, dass sie das alles verdient haben.
*Ida Feuerbach, Terminal Tribune.*
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