Globale Agrarpolitik: Konflikte, Regulierung und gesundheitliche Risiken
**1937. Die Felder bluten. Die Städte zählen nur noch Cent.**
Es gibt kein stilles Sterben der Erde. Es gibt nur Lärm, den niemand mehr hört. Die Felder stöhnen nicht, sie werden verschlissen wie ein altes Fahrrad, das kein Schmieröl mehr kennt. Und die Städte? Die reden über Preise. Über Centbeträge, über Supermarktregale, die voller Plastik sind und voller Fragen, die niemand stellen will.
Vor fünfzig Jahren haben wir noch gewusst, wie Weizen schmeckt, wenn er von der Hand in den Mund geht. Heute wird er zu Mehl gemahlen, verarbeitet, verpackt, mit Zusatzstoffen gestreckt, die niemand kennt, bis er auf dem Teller landet – wenn überhaupt. Und dann wundern sich die Menschen, warum das Brot teuer ist. Als ob die Antwort nicht schon in der Erde läge, die unter den Füßen der Bauern bröckelt.
Die Banken haben längst die Ernte übernommen. Nicht nur in Brasilien oder Afrika, sondern auch hier, wo die Felder noch riechen wie feuchte Erde und Regen. Landgrabbing ist kein Phänomen mehr, es ist eine Strategie. China kauft sich in den Dschungel, Saudi-Arabien pachtet Wüsten, wo einst Schafe weideten. Die USA, diese Landrober seit 1620, handeln weiter wie die ersten Siedler: nehmen, nutzen, verschwenden. Und die EU? Die EU redet von Verboten. Von PFAS, das in den Böden gärt wie ein fauler Eimer. Von Neonicotinoiden, die Bienen töten, die ohne uns schon längst ausgestorben wären. Aber die Verbote kommen zu spät. Die Erde hat keine Geduld für Gesetzesbücher.
Und dann diese Konzerne – Bayer, Monsanto, die jetzt zusammen ein Monopol bilden wie zwei Schlächter, die sich die Beute teilen. Glyphosat, dieses Gift, das Unkraut tötet und die Erde langsam vergiftet, soll 2026 verurteilt werden. Zu spät. Die Felder sind schon krank. Die Bauern, die es wissen müssten, werden von den Banken ausgehungert, von den Agrarchemie-Konzernen an die Gentechnik gefesselt, die ihnen verspricht, dass alles besser wird. Bis die Saat nicht mehr keimt. Bis der Regen saures Wasser ist. Bis der letzte Kornkäfer stirbt.
Die Klimapolitik? Ein Spiel mit Zahlen. Die EU handelt mit CO₂, als wäre die Erde ein Aktienindex. Als könnte man Emissionen wie Aktien kaufen und verkaufen, ohne dass die Felder darunter leiden. Die Felder verbrennen nicht auf der Börse. Sie verbrennen im Feuer, das die Bauern nicht mehr löschen können.
Und die Stadt? Die Stadt, die nie Hunger kannte, weil sie die Erde längst vergessen hat. Die Leute dort reden über Nachhaltigkeit wie über ein Modewort. Als wäre es etwas, das man an- und ausziehen kann. Sie essen Bio, das aus tausend Kilometern kommt, und nennen es „bewusst“. Sie zahlen für Wasser aus der Flasche, während die Bauern ihre Felder mit Leitungswasser bewässern, das immer weniger wird. Sie wundern sich, warum die Preise steigen. Als ob die Antwort nicht schon in der Hand läge, die die Erde umkrempelt.
Am Ende bleibt nur das, was die Erde zurücklässt: Staub. Leere Magazine. Und die Frage, wer noch bereit ist, die Erde zu bestellen, wenn sie nichts mehr gibt. Wenn das Brot kein Brot mehr ist, sondern ein Stück Papier, das man nicht einmal mehr essen kann.
**Ida Feuerbach** *Terminal Tribune*
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