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Terminal Tribune

27. April 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Bayer und Monsanto: Rekord-Schadensersatz und Kartellpraxis im Agrarsektor

27. April 2026 · aus dem Archiv

**Gift im Korn. Wie Konzerne das Land vergiften und die Stadt noch nicht versteht.**

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Die Erde unter den Zehen fühlt sich an wie nasser Sand, der zwischen den Fingern zerfällt. Heute riecht er nach verbranntem Metall, nach dem, was übrig bleibt, wenn das Leben aus den Pflanzen weicht. Nicht der Duft von Regen nach Sommerhitze, sondern der Gestank von etwas, das nicht mehr heilen kann. Ich spüre es, seit Bayer Monsanto verschluckt hat – seit die Chemikalienfabriken die Saatgutkisten füllen wie einst die Brotlaibe. Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu.

Bayer zahlt jetzt Milliarden für Glyphosat-Krebsopfer. Millionen Euro, die wie Staub über den leeren Tellern von Bauern landen, die ihre Ernte nicht mehr verkaufen können, weil die Supermärkte die Preise unter den Kosten drücken. Die Konzerne nennen es „Innovation“. Ich nenne es Diebstahl. Nicht der Diebstahl von Geld, sondern der Diebstahl von Erde. Diebstahl von Zukunft. Denn wer Glyphosat sprüht, tötet nicht nur Unkraut – er tötet die Bienen, die Regenwürmer, die Vögel, die noch wissen, wie man Korn trägt. Und am Ende bleibt ein Feld, das wie eine Wunde aussieht: glatt, leer, tot.

Die EU-Kommission hat die Fusion zwischen Bayer und Monsanto genehmigt – unter Auflagen. Als ob man einem Mann, der das Haus anzündet, nur verbieten könnte, die erste Flasche anzuzünden. Die Kartelluntersuchungen kommen zu spät. Die Bauern zahlen schon jetzt. Nicht nur für das Saatgut, das sie nicht selbst aussuchen dürfen, weil Monsanto die Patente besitzt. Sondern für die Chemikalien, die ihre Felder steril machen. Für den Diesel, der die Maschinen füllt, die sie sich nicht mehr leisten können. Für den Strom, der die Kühlhäuser der Supermärkte am Laufen hält, wo ihr Gemüse verfaulen muss, weil es zu teuer ist.

Und die Stadt? Die Stadt redet von „Lebensmittelpreisen“. Als ob das Problem darin bestünde, dass die Preise zu hoch sind. Die Preise sind niedrig. Zu niedrig. Weil die Konzerne die Kosten auf die Bauern abwälzen, die Bauern auf die Verbraucher, und die Verbraucher? Die verlangen billiges Brot. Und bekommen es. Aus Erde, die nicht mehr weiß, wie sie wachsen soll.

In den Entwicklungsländern, wo die Kinder hungern, weil die Regierungen zu wenig Geld für Saatgut haben, während Bayer und BASF Milliarden mit Patenten kassieren, wird das Problem noch deutlicher. Die CO₂-Zertifikate sind ein Spiel für die Reichen. Die Armut ist kein Zertifikat, das man handeln kann. Sie ist ein Krebs, der sich ausbreitet. Und wer ihn heilen soll, ist zu beschäftigt damit, die Felder zu vergiften.

Ich stehe noch auf dem Feld, wo das Gras nicht mehr wächst. Die Erde ist hart wie Stein. Und ich warte darauf, dass jemand fragt, warum. Nicht die Stadt. Die hat genug zu essen. Die hat nur vergessen, wie es schmeckt. Wenn der letzte Bauernhof verrottet ist, wird auch das Brot schmecken wie Staub.

**Ida Feuerbach**

❖ Ende des Artikels ❖

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