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1. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Globale Agrarpolitik: Konflikte um Pestizide, Landgrabbing und Klimapolitik

1. Mai 2026 · aus dem Archiv

**Die Erde schreit. Die Stadt hört die Worte nicht.**

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Es ist ein Geruch, den man nicht in Zahlen fassen kann: Der modrige Atem der Erde nach dem dritten trockenen Sommer in Folge, wenn der Boden so hart ist, dass selbst die Wurzeln der Weizenpflanzen aufgeben. In Äthiopien kaufen Saudi-Arabien und internationale Investoren jetzt, was hier noch nicht tot ist – ganze Landstriche, die einst Kornkammern waren. Nicht, um zu versorgen, sondern um zu verkaufen. Der Hunger kommt später. Immer.

Die EU hat 2017 Glyphosat verlängert, obwohl die Gerichte der Mitgliedsländer seit Jahren urteilen, dass das Zeug Krebs macht. Bayer, der neue Monsanto, zahlen jetzt Milliarden für Klagen – aber die Ernte? Die Ernte stirbt weiter, nur schneller. Die Rückstände im Blut der Bauern, im Wasser der Flüsse, im Brot auf dem Tisch der Stadtmenschen: Das alles zählt nicht, solange die Agrarlobby in den Ministerien sitzt und die Kommission mit „wissenschaftlichen Unsicherheiten“ die Debatte erstickt. Wissenschaft, die Geld kostet. Wissenschaft, die man kaufen kann.

Red Bull wird jetzt befragt, weil es mit seinen Zuckerbaronen die Märkte manipuliert. Gut. Aber wer befragt die, die die Erde manipulieren? Wer misst die Kosten, wenn ein Sahelstaat sein Grundwasser für Palmölplantagen veräußert, die dann doch nicht blühen, weil der Regen ausbleibt? Die EU redet von Klimaneutralität – doch der Emissionshandel ist ein Spiel für Konzerne, die ihre Schiffsrouten umlenken und die Lasten auf Länder schieben, die es sich nicht leisten können, ihre Felder zu bewahren. Interferry hat recht: Es ist kein Handel, es ist ein Betrug.

Und dann ist da noch der Staub aus Äthiopien. Die Bauern dort pflügen ihre letzten Samen ein, während saudische Firmen die Papiere unterschreiben. Sie kommen nicht, um zu helfen. Sie kommen, weil die Weltbevölkerung wächst und die Preise steigen – und weil jemand in Riyadh glaubt, dass Getreide ein Wertpapier ist. Die Linke, die Stasi, die lokalen NGOs – sie warnen seit Jahren. Aber wer hört zu? Die Stadt, die ihr Mittagessen im Supermarkt kauft und denkt, das Problem liege bei den „zu teuren Lebensmitteln“.

Die Erde schreit. Sie sagt: Wenn ihr uns vergiftet, uns ausbeutet, uns verhandelt wie ein Stück Papier – dann bleibt am Ende nur noch Staub. Und Hunger. Immer der Hunger.

**Und am Ende bleibt das, was nicht verkauft werden kann.**

❖ Ende des Artikels ❖

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