Börse 1937
Terminal Tribune

2. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

EU intensiviert Regulierung von Pestiziden und Agrochemie-Konzernen

2. Mai 2026 · aus dem Archiv

**Die Felder schreien. Die EU zögert.**

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Die Erde unter meinen Stiefeln riecht nach verbranntem Stroh und nassem Ton, als hätte jemand den Boden mit einer glühenden Axt aufgeschlitzt. Die Felder von Frankreich bis Schlesien verrotten nicht wegen Trockenheit – sie verfaulen, weil die Politik ihnen die Mittel nimmt, sich zu verteidigen. Die EU regelt jetzt Neonikotinoide, Glyphosat, PFAS, doch die Fragen bleiben: Wird das reichen? Oder wird die Stadt weiter über leere Tellertische reden, während die Bauern die Rechnung für ihre Dummheit begleichen müssen?

Vor mir steht ein Weizenfeld, das im letzten Jahr unter einer Glyphosat-Kur gebückt ist. Der Geruch von verbranntem Gras steigt auf – nicht von Feuer, sondern von Chemikalien, die das Leben im Boden ersticken. Die Französischen Gerichte haben die Zulassung für Glyphosat gekippt, doch wer pflügt jetzt? Wer wird die Ratten vertreiben, wenn die Bienenvölker sterblich sind? Die EU spricht von Verbot, doch wo bleibt die Alternative? Die Konzerne – Bayer, Syngenta, BASF – stehen in der Schusslinie, doch sie haben die Hände schon längst in den Taschen der Politik. Ihr Vergleich in der türkischen Kartellermittlung ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, während die Felder unter ihnen zusammenbrechen.

Die PFAS, diese ewigen Chemikalien, liegen wie ein grauer Schleier über den Feldern. Sie sickern in den Boden, vergiften das Grundwasser, und am Ende landet das Zeug auf dem Teller. Die ECHA untersucht, doch wer säubert? Die Bauern, die ihre Ernte verlieren? Oder die Konzerne, die jahrelang mit leeren Versprechungen die Regale der Supermärkte gefüllt haben?

Und dann ist da noch das Landgrabbing. Sierra Leone, wo ausländische Investoren mit Carbon Credits Felder kaufen, um Bäume zu pflanzen, die sie nie sehen werden. Die Bauern dort hungern, während die EU über Pestizidrückstände in Lebensmitteln diskutiert. Die Fragen bleiben: Wem gehört die Erde? Und wer bezahlt die Rechnung, wenn das Land nur noch eine Ware ist?

Die EU regelt, doch die Wurzeln des Problems liegen tiefer. Die Politik denkt in Gesetzen, doch die Erde denkt in Jahrhunderten. Die Bauern wissen, was kommt. Sie sehen den Staub auf den Feldern, riechen den Moder im Boden, spüren den Hunger in den Tieren. Die Stadt redet von Preisen und Verbot, doch sie versteht nicht, dass es nicht um Chemikalien geht. Es geht um Leben. Um die Frage, wer es sich leisten kann, die Erde zu betrügen, und wer am Ende den Preis bezahlt.

Und am Ende bleibt nur das, was bleibt: die leeren Felder, der Staub in der Luft und der Geruch von Erde, die niemand mehr bestellt.

*Ida Feuerbach*

❖ Ende des Artikels ❖

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