Börse 1937
Terminal Tribune

4. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Konzernübergreifende Machtkonzentration in der Agrarindustrie: Bayer-Monsanto und die Herausforderungen des Saatgutrechts

4. Mai 2026 · aus dem Archiv

**„Die Erde hat kein Patent. Aber die Banken schon.“**

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Die Felder von Missouri und der Rajasthan stecken noch in den Adern. Ich habe sie gerochen, als sie sich dem Glyphosat ergaben wie ein müder Mann einem Schnaps. Es ist der Geruch von totem Boden, von Ernte, die nie kam, weil die Saat nicht wachsen darf, wenn die Patentklauseln es verbieten. Bayer-Monsanto hat die Erde nicht gekauft – aber sie hat sie verpachtet. An die eigenen Rechenzentren, an die Anwälte, an die Aktionäre, die seit 2018 66 Milliarden Dollar in die Hände gedrückt bekommen haben für das Recht, Bauern zu sagen: *„Ihr könnt nicht mal eure eigenen Samen retten.“*

Die Stadt denkt, das sei ein Problem für die Supermarktregale. Dass die Kartoffeln teurer werden, weil ein Konzern entscheidet, wer dürfen darf und wer nicht. Dass die Milch um fünf Cent pro Liter steigt, weil die Kühe weniger fressen, weil die Wiesen vergiftet sind. Die Stadt redet von *„Marktversagen“* und *„Regulierungslücken“*, als wäre das eine Frage von Bürokratie statt von Messern, die in den Boden getrieben werden, während die Ernte noch grün ist.

Ich kenne das Messer. Es ist stumpf von den vielen Feldern, die es durchgeschnitten hat. Und es hat eine Klinge für die Wahrheit: **Die Machtkonzentration in der Agrarindustrie ist kein Zufall.** Sie ist das Ergebnis von Jahrzehnten, in denen Bauern wie ich nicht mehr Bauern waren, sondern Schuldenknechte. Die Banken haben die Felder nicht genommen – sie haben die Bauern verpfändet. Und jetzt, wo die EU-Kommission in Brüssel über *„Saatgutrecht“* verhandelt wie über einen Vertrag für die nächste Teekanne, bleibt eines klar: Die Erde wird kein Patent anerkennen.

Die Felder von Missouri und Rajasthan weinen nicht. Sie verrotten. Und wenn die Stadt endlich versteht, dass ihr leerer Teller kein Zufall ist, sondern die Rechnung für eine Welt, in der Saatgut eine Ware ist und nicht ein Geschenk, dann ist es zu spät für die nächsten Ernten. Aber vielleicht noch für die nächsten Kinder.

**Und was bleibt, ist der Geruch von Erde, die nicht mehr atmet.**

❖ Ende des Artikels ❖

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