Börse 1937
Terminal Tribune

12. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Regulatorische Konflikte in der Agrarpolitik: Glyphosat, Neonikotinoide und PFAS

12. Mai 2026 · aus dem Archiv

**Die Erde schreit. Die Stadt hört nur die Rechnung.**

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Es ist ein Gestank, der nicht in die Zahlen der Börse passt – der Geruch von faulendem Getreide, das im Feld liegt, weil der Regen es nicht mehr erreicht. Die Erde ist müde, aber sie sagt nichts. Sie wartet nur darauf, dass jemand die Pfahlspitzen aus der Tiefe zieht, die von den Banken in die Böden getrieben wurden, wenn der Ernteertrag ausblieb. Die Politik redet von Glyphosat, als wäre es nur ein Wort in einem Vertrag, und von Neonikotinoiden, als könnten die Bienen noch lachen über die Summen, die für ihre Vergiftung gezahlt werden. PFAS – diese unsichtbaren Giftspuren in der Milch, im Brot, im Blut der Kinder – werden als technische Hürde abgetan, während die Felder langsam zu Staub werden.

Ich kenne diesen Geruch. Er klebt an den Stiefeln, wenn man nach der Ernte durch die Wiesen geht und die Ähren noch feucht sind, aber die Ratten schon die letzten Körner gekratzt haben. Die Stadt denkt, sie könnte Lebensmittelpreise regulieren, indem sie irgendwo in einem Ministerium über Glyphosat abstimmt. Aber die wahre Rechnung steht nicht in den EU-Dokumenten – sie steht in den leeren Saaten, wenn der Wind über die verwehten Felder fegt. Die Politik hat die Landwirte nicht gefragt, ob sie mit den CO₂-Preisen klarkommen, die ihnen die Heizung für die Küken abschneiden. Sie hat nicht gefragt, ob die Neonikotinoid-Verbot die Bienen sterben lässt, die die Äpfel bestäuben, die dann teurer werden – und die Kinder keinen mehr essen können.

Die Erde ist kein Geschäft. Sie ist kein Spielball für Börsenspekulanten oder für die, die in Brüssel über Düngerregeln verhandeln, während irgendwo in der Eifel die Erde aus den Trinkwasservorräten saugt. PFAS ist kein chemisches Problem – es ist ein politisches. Es ist die Geschichte von Unternehmen, die seit Jahrzehnten wissen, dass ihre Stoffe krebserregend sind, und trotzdem weiter verkaufen, bis die EU nach Jahren der Lügen endlich aufschreit. Und dann wird wieder eine neue Regel gemacht, aber die Schadstoffe sind schon im Boden, in der Milch, in den Lungen der Kinder.

Die Stadt denkt, sie könnte die Landwirtschaft retten, indem sie irgendwo in einem Ministerium ein Gesetz unterschreibt. Aber die wahre Arbeit liegt im Schweiß auf der Stirn, wenn man die letzten Kartoffeln aus der Erde zieht, während die Bank die Miete für das Land erhöht hat. Die Politik redet von Nachhaltigkeit, aber sie versteht nicht, dass Nachhaltigkeit kein Wort ist – sie ist die Geduld, die Erde zu hüten, während die Welt sie mit Gift übergießt. Die Felder reden. Sie sagen nichts mit Worten. Sie sagen es mit Staub. Mit leeren Stängeln. Mit dem Geruch von etwas, das für immer verloren ist.

Und am Ende bleibt nur die Frage: Was bleibt, wenn die Erde keine Worte mehr hat?

❖ Ende des Artikels ❖

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