Börse 1937
Terminal Tribune

13. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Glyphosat-Klagen belasten Bayer, EU-Monitoring programmiert

13. Mai 2026 · aus dem Archiv

**Gift im Korn. Die Stadt frisst uns die Felder.**

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Die Erde stöhnt nicht laut, aber sie spricht. Man muss nur zwischen die Reihen der abgestorbenen Maiskolben treten, wo der Boden unter den Sohlen knirscht wie Pappe, und riechen, wie ein Herbizid, das nicht mehr wirkt, sich in die Knospen gebrannt hat. Glyphosat ist kein Unkrautvernichter mehr – es ist der Katalysator für etwas viel Älteres, etwas, das die Stadt längst vergisst hat: dass Brot aus Erde kommt, die man nicht einfach so wiederfüllen kann, wenn die Banken oder die Chemiefirmen sie leer gemacht haben. Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu.

Bayer zahlt eine Milliarde Dollar für die Klagen, die Bauern, die seit Jahren beweisen, dass das Zeug Krebs macht, dass es die Bienen umbringt, dass es den Boden so leer hinterlässt wie ein ausgepresster Zitronenkelch. Die Firma, die Monsanto gekauft hat, um die Saatgut- und Spritzmittel-Diktatur perfekt zu machen, wirft jetzt Geld in die Luft, während die Felder schrumpfen wie die Lunge eines Mannes, der seit 20 Jahren raucht. Die EU-Kommission und die EFSA – diese beiden Schatten, die über den Tellern derer schwebt, die nicht wissen, wie Brot schmeckt, wenn es nicht mit Gift gespritzt wurde – überwachen weiter, messen weiter, *regulieren* weiter. Als ob Zahlen allein die Erde retten könnten.

Dabei weiß jeder Bauer, der je mit der Hand die Erde umgewälzt hat, was passiert, wenn man die Chemie über das Land regiert wie ein König über ein Königreich: Die Erde wird müde. Die Ernte stirbt. Und die Konzerne? Die bauen nur noch höhere Mauern um ihre Saatgut-Patente und ihre Spritzmittel-Pipelines. Corteva und John Deere haben schon ein Joint Venture gegründet – Saatgut und Traktoren, Hand in Hand, um den Bauern noch tiefer in die Abhängigkeit zu treiben. Als ob die Stadt nicht genug schon hat: Monopole, die entscheiden, was wir essen, und Konzerne, die entscheiden, ob wir überhaupt noch etwas zu essen haben.

Die EFSA wird keine neuen Grenzwerte für Glyphosat festlegen. Warum auch? Die Stadt hat schon längst vergessen, wie es ist, wenn der Boden unter den Füßen brennt wie ein glühender Stein. Sie redet über "Nachhaltigkeit" und "Bio-Landwirtschaft" in ihren gläsernen Cafés, während draußen die Felder welken wie vergiftete Blumen. Die EU-Monitoring-Programme, die ab 2027 kommen, werden nur noch mehr Daten sammeln – Daten, die niemand verstehen wird, weil niemand mehr weiß, was wirklich auf dem Teller liegt.

Es bleibt das eine: Die Felder werden nicht mehr reden können, wenn die Konzerne sie alle aufgekauft haben, wenn die Erde tot ist, wenn die Bauern pleite sind und die Städte nichts mehr zu essen haben als Plastikverpackungen und leere Versprechungen. Aber bis dahin wird die Erde weiter sprechen, durch den Geruch der verbrannten Erde, durch die leeren Körbe, durch die Klagen, die niemand mehr hört.

**Und am Ende bleibt nur das, was nie geht: der Hunger.**

❖ Ende des Artikels ❖

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