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Terminal Tribune

14. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

EU plant PFAS-Verbot und bleibt bei Glyphosat

14. Mai 2026 · aus dem Archiv

**PFAS verbieten. Glyphosat dämmern. Die Erde kocht.**

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Die Felder haben lange gewartet, bis die Städte hören. Jetzt reden sie. Nicht mit blumigen Worten, sondern mit modrigen Stoppeln, mit dem Geruch von verbrannten Chemikalien, der sich in den Adern der Erde festfrisst. Die EU wirft zwei Steine ins Wasser: einen gegen die ewigen Chemikalien, die andere in den Dreck, der seit Jahrzehnten in die Böden sickert. Beide Steine treffen nicht das Richtige.

PFAS, die „ewigen Chemikalien“, die sich in Plastikverpackungen, Spritzmitteln und Düngemitteln verstecken, sollen ab 2026 verboten werden. Gut. Doch was kommt danach? Die Agrochemie-Industrie, angeführt von BASF und Corteva, wird nicht einfach aufhören, Gift zu erfinden. Sie wird es nur anders verkaufen – mit neuem Namen, neuer Verpackung. Die Felder riechen schon jetzt nach dem nächsten Dreck: nach den „sauberen Alternativen“, die doch nur ein anderes Gift sind. Die Erde speichert alles. Sie vergisst nichts.

Glyphosat bleibt bis 2033 zugelassen. Bayer/Monsanto, die es erfunden haben, zahlen Milliarden an Geschädigte – Bauern, die sich vergiften, Kinder, deren Nieren schrumpfen. Die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, schwört auf die Sicherheit der Rückstände. Die Bauern wissen es besser. Sie sehen, wie das Gras stirbt, wie die Bienen verschwinden, wie die Kinder husten. Glyphosat ist kein Unkrautvernichter mehr. Es ist ein Landräuber. Und die Politik tut so, als wäre es nur eine Frage der Dosierung.

Dann sind da die Sanktionen gegen Russland. Die EU will sich von russischem Gas lösen, doch statt grüner Wende kommt mehr LNG aus den USA – transportiert auf Schattenflotten, die durch die Lücken der Embargos schlüpfen. Die Felder brauchen Dünger, und der wird teurer. Die Energiepreise steigen, die Subventionen für konventionelle Landwirtschaft blockieren jede echte Wende. Die Agrarindustrie steht auf der Überholspur, während die Bauern hinterherlaufen. Und die Erde?

Die Erde gähnt. Sie hat schon so viel erduldet: die Pest, den Hunger der 30er Jahre, den Dreck der DDT-Ära, die Monokulturen, die den Boden auslaugen. Jetzt kommen die ewigen Chemikalien, die nie verschwinden, und das Gift, das langsam die Nieren aller schädigt. Die Städte reden von Nachhaltigkeit, von Kreislaufwirtschaft. Sie essen Bio im Supermarkt, während die Bauern vor sich hin roden, was übrig bleibt.

Es bleibt das Feld. Es bleibt der Geruch von verbranntem Halm. Es bleibt das Wissen, dass Brot nicht nur Geld kostet. Es kostet Schweiß, Erde, Geduld. Und es kostet die Weigerung, den nächsten Stein ins Wasser zu werfen – ohne zu sehen, wohin er fällt.

**Ida Feuerbach**

❖ Ende des Artikels ❖

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