Börse 1937
Terminal Tribune

16. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Marktmonopole und Kartellvorwürfe in der Agrarindustrie

16. Mai 2026 · aus dem Archiv

**1937. Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu.**

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Die Erde unter der Pflugschar riecht nach Rost und Vergessen, wenn die Maschine durch die Reihen der Kartoffeln fährt und die Wurzeln aufschneidet, die noch nicht mal die Chance hatten, zu wachsen. Sie ist zu dünn, das Bodenleben, weil die Chemiefabriken in den Städten die Erde mit ihren „Loyalty-Programmen“ ersticken. Die Felder reden, aber die Städte, die nur ihre leeren Teller sehen, fragen nicht nach dem Grund.

Es sind keine Monster aus der Literatur, die diese Monopole schufen. Es sind Firmen wie Bayer, Syngenta, Corteva – Namen, die auf Saatgutpackungen und Tankwagen für Glyphosat prangen wie eine Warnung. Sie kontrollieren, was wächst und was stirbt. Die Bauern müssen kaufen, was diese Konzerne ihnen bieten, sonst gibt es keine Ernte mehr. Die Klage der FTC gegen Syngenta und Corteva ist wie ein Tropfen Wasser auf einen glühenden Stein. Die Justiz will die Preise bremsen, aber die wahren Kosten – die leeren Felder, die vergifteten Flüsse – bleiben unsichtbar für die, die nur in Glasbehältern essen.

In Deutschland haben 180.000 Menschen unterschrieben gegen die Patente auf Saatgut. Sie wissen, was es bedeutet, wenn die Erde gehört wird wie eine Aktie. Die Bauern auf meinem Hof haben nie über Saatgut debattiert – sie haben es geteilt, gerettet, wenn es nötig war. Jetzt werden sie als Verbrecher bezeichnet, wenn sie alte Sorten pflanzen. Die EU redet von PFAS in Verpackungen, während die Felder mit chemischen Keulen behandelt werden, die niemand mehr kennt. Die Erde riecht nach Verrat, wenn der Wind die Reste der Sprühmittel über die Dörfer trägt.

Es ist nicht die Schuld der Bauern, wenn die Politik sie in die Enge treibt. Es ist die Schuld derer, die die Erde zum Spielball machen. Die Felder werden kleiner, die Erträge schwinden, und die Städte fragen: Warum ist Brot so teuer? Weil jemand die Samen kontrolliert. Weil jemand die Erde vergiftet. Weil jemand die Bauern erpresst.

Am Ende bleibt die Frage: Was bleibt, wenn alles, was wächst, auch gehört wird?

❖ Ende des Artikels ❖

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