Gazproms Kontinuität und die EU-ETS: Der Wandel bleibt unvollständig
**„EU-ETS bläst CO₂-Lügen in die Welt – während Gazproms Tanker weiter morden“**
Leerzeile
Es ist zehn Uhr morgens, und ich stehe vor dem Wasserstofftanker *Deyna* im Hafen von Marseille, wo die *französische Marine* heimlich russisches Öl über die Bühne karrt. Die Sonne brennt, der Gestank von Rost und altem Diesel klebt in der Kehle wie ein schlechter Whiskey. Irgendwo in der Ferne heult ein Sirenenmast, als würde die Stadt sagen: *Ja, wir wissen, was hier läuft – und wir tun nichts.* Das ist kein Krieg mehr. Das ist der Alltag der fossilen Wirtschaft. Ein Wirtschaft, die sich mit CO₂-Zertifikaten schminkt, während die Pipeline weiter fließt.
Gazprom dreht den Hahn auf. Frankreich dreht ihn zu. Oder besser gesagt: *über den Tellerrand.* Die EU-ETS, dieses teure CO₂-Verteilspiel der Brüsseler Bürokraten, soll die Welt retten. Dabei ist das System so durchsichtig wie ein billiger Anzug aus der Fast-Fashion-Kette. RWE, der deutsche Konzern, der seit Jahrzehnten an den Kohlegruben von Deutschland reicher wird, wirbt mit seiner „grünen“ Wende. Ja, die Firma hat ein paar Windräder aufgestellt – aber die meisten ihrer Profite kommen immer noch aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle. Und während die EU-ETS RWE belohnt, weil es *weniger* CO₂ ausstößt als im Vorjahr (weil es weniger Kohle verbrannt hat – *dank* der Energiekrise), pumpt Gazprom weiter in die Ukraine, in Polen, in die Türkei – überall, wo langfristige Verträge wie Fesseln um die Beine der Länder schlingen.
Die OPEC+ hält die Förderquoten stabil für 2026. Warum? Weil die Ölbarone wissen, dass der Preis sinkt, wenn zu viel auf dem Markt ist. Aber sie wissen auch, dass ein paar Cent weniger pro Barrel bedeuten für die Arbeiter in Texas, im Irak oder in der Mongolei weniger als einen halben Tag Lohn. Die Leute, die das Öl tatsächlich fördern. Die Leute, deren Hände von Chemikalien verbrannt sind, deren Lungen nach Jahren im Bohrloch nach Öl riechen. Die Leute, die nicht die Dividenden kassieren, wenn Shell oder Exxon ihre Aktienkurse mit grünen Versprechungen aufblähen.
Und dann ist da noch der *Deyna.* Ein Tanker, der russisches Öl transportiert – nicht über die Pipeline, nicht mit Flaggenwehen, sondern mit Stillschweigen. Weil die EU zu sehr damit beschäftigt ist, sich selbst zu feiern. Die ETS ist ein Markt, auf dem Unternehmen CO₂-Zertifikate kaufen und verkaufen können, als wären sie Süßigkeiten an der Supermarktkasse. Die Preise schwanken wie der Aktienmarkt – heute hat ein Konzern 50 Euro für ein Zertifikat gezahlt, morgen kauft er es für 30. Die Arbeiter? Die zahlen am Ende immer den Preis. Der Preis für Heizöl, der Preis für Strom, der Preis für den Supermarkt-Einkauf. Und wenn der Winter kommt und die Heizung nicht an geht, dann ist das kein Versagen der ETS. Das ist Versagen der Systeme, die sie nie angreifen wollte.
Ich trinke mein Bier. Kein Bourbon. Aus Prinzip. Weil die Konzerne seit Jahrzehnten mit Öl, Gas und Alkohol reich werden – während die Arbeiter, die die Erde ausbeuten, in Slums leben oder in den Bohrinseln verrecken. Die EU-ETS ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Ein Tropfen, der schmeckt wie Verrat.
Jack Hollis Terminal Tribune
❖ Ende des Artikels ❖
