Börse 1937
Terminal Tribune

27. Mai 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Bayer-Monsanto-Übernahme: Milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten und Chinesische Investitionen Präge die Agrarpolitik

27. Mai 2026 · aus dem Archiv

**Die Erde schreit nicht. Sie vergiftet sich.**

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Es war ein Jahr wie jedes andere in der Weizenschicht des Oberrheins, als die ersten Risse durch den Boden krochen. Nicht von Regen, nicht von Trockenheit – nein, die Risse fraßen sich durch den Lehm wie Narben, weil die Erde kein Glyphosat mehr verträgt. Die Felder spucken es aus, Jahr für Jahr, während die Chemiekonzerne es mit Millionen in Lobbygeld unter die Haube der EU-Behörden schieben. Bayer hat Monsanto geschluckt, und was bleibt, ist ein Monster, das Bauern wie mich mit Rechnungen überzieht, während die Kläger – meistens Bauern, die krank wurden – mit 24 Milliarden Euro abgefunden werden. Nicht genug, um die Felder zu retten, aber genug, um den nächsten Saatgutkonzern zu füttern.

In der Stadt wird das als „Marktwirtschaft“ verkauft, als ob es eine natürliche Ordnung wäre. Dabei ist es reine Raubwirtschaft. Die Bauern zahlen die Rechnung für die Pestizidflut, die uns alle langsam umbringt. Die Erde riecht nach Verfall, wenn der Regen die Chemikalien aus den Böden löst und sie in die Flüsse trägt. Die Flüsse tragen sie weiter, bis sie in den Meeren landen, wo sie die Fische vergiften, die wir essen. Und dann sitzen die Stadtmenschen in ihren Hochhäusern und jammern über leere Supermarktregale, während sie nie gesehen haben, wie ein Feld stirbt.

Die EU schießt sich selbst ins Knie, indem sie Ausnahmen für Neonikotinoide macht. Als ob das ein Kompromiss wäre. Als ob die Bienen, die unser Essen bestäuben, einen Preis haben. Die Politik spielt mit dem Leben wie mit Kartenspielern, während die Felder untergehen. Und die Chinesen? Die kaufen jetzt die Saatgutriesen auf, weil sie wissen, dass die Zukunft gehört, wer die Nahrung kontrolliert. Wir haben die Felder an die Banken verloren, jetzt verlieren wir sie an die Konzerne – und am Ende an Staaten, die uns nicht einmal mehr anschauen.

Es gibt keine einfache Lösung. Aber es gibt eine Wahrheit, die die Stadt nie begreifen wird: Die Erde ist kein Geschäft. Sie ist ein Körper, der wehtut, wenn man ihn ausbeutet. Und sie wird sich rächen. Nicht mit Flüchen, sondern mit leeren Teller.

**Ida Feuerbach, Terminal Tribune**

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