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Terminal Tribune

5. Juni 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Konzentrierte Macht in der Agrarindustrie: Bayer-Monsanto-Fusion und Glyphosat-Zulassung

5. Juni 2026 · aus dem Archiv

**Die Erde hat keine Patente. Aber die Konzerne schon.**

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Der Boden unter den Füßen von Millionen Bauern in Indien riecht dieses Jahr nach Niederlage. Nicht nach Regen, nicht nach reifer Maiskolben, sondern nach trockener Erde, die sich in Staub auflöst, weil die Monsanto-Patente sie erstickt haben. Die indischen Gerichte haben entschieden: Das Saatgut gehört nicht mehr dem Bauern, sondern dem Konzern. Die Saat, die er erntet und wieder aussät, ist plötzlich eine Diebstahlsware. Die Bauern zahlen für jedes Korn, das sie aus ihren Feldern holen. Das nennt man Fortschritt.

Währenddessen wuscht die EU-Kommission sich die Hände sauber, als sie die Bayer-Monsanto-Fusion genehmigte – für 24 Milliarden Euro, plus Gebühren, plus die Kosten, die niemand sieht: die leeren Scheunen, die verrottenden Vorräte, die Bauern, die pleitegehen, weil sie keine Ernte mehr erzeugen können, die die Welt füttern soll. Die Erde schreit nicht. Aber sie stirbt langsam. Und die Städte, die sich über teure Milch und Brot beschweren, hören das nicht. Sie wissen nicht, dass das Wasser, das sie trinken, mit Glyphosat verunreinigt ist. Dass das Fleisch, das sie essen, aus Tieren kommt, die mit Antibiotika vollgepumpt wurden, weil die Futtermittel durch gentechnisch verändertes Saatgut vergiftet wurden. Dass das Brot, das sie jeden Morgen aufschneiden, nicht aus Korn stammt, das der Bauer selbst angebaut hat – sondern aus einer Charge, die von einem Konzern kontrolliert wird, der die Preise bestimmt.

Die Felder reden in ihrem eigenen Dialekt. Sie flüstern von Dünger, der die Böden auslaugt, von Regen, der ausbleibt, weil die Monsanto-Patente die Bauern daran hindern, traditionelles Saatgut zu verwenden. Sie klagen über Insekten, die verschwinden, weil das Glyphosat alles tötet – auch die nützlichen. Und sie warnen: Irgendwann gibt es nichts mehr zu ernten. Kein Korn, kein Gemüse, keine Tiere. Nur noch leere Hügel und hungrige Menschen, die sich fragen, wie es so weit kommen konnte.

Die Stadt denkt, sie hätte die Antwort. Sie regelt, was erlaubt ist und was nicht. Sie genehmigt Fusionen, als wären sie ein Akt der Barmherzigkeit. Sie verlängert die Zulassung von Glyphosat, als wäre es ein Medikament gegen den Hunger. Aber die Erde kennt keine Patentverträge. Sie kennt nur die Wahrheit: Wenn du das Saatgut kontrollierst, kontrollierst du das Leben. Wenn du das Gift verbietest, stirbt das Unkraut – und mit ihm die Vielfalt, die seit Jahrtausenden überlebt hat. Wenn du die Bauern nicht mehr hören willst, hör auf, ihre Felder zu essen.

Was bleibt, ist der Staub in den Lungen derer, die die Erde nicht mehr atmen lassen. Und die Frage: Wem gehört das Brot?

❖ Ende des Artikels ❖

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