Börse 1937
Terminal Tribune

9. Juni 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Bayer und Monsanto: Glyphosat-Klagen und Kartellvorwürfe in der Agrarindustrie

9. Juni 2026 · aus dem Archiv

**1937. Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu.**

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Die Erde ist müde. Sie stinkt nach verbranntem Unkraut und billiger Chemie, die man ihr mit einem Namen verpasst hat, als wäre sie eine Krankheit. Bayer und Monsanto – jetzt zusammen, wie zwei Schatten, die sich die Hände reichen – haben wieder mal bewiesen, dass sie das Land nicht als Leben verstehen, sondern als Markt. Glyphosat, das Herbizid, das in Deutschland wie ein Fluch über den Äckern hängt, wird von den Behörden noch immer geduldet, obwohl es in den USA schon Hunderte Klagen gibt. Die Bauern wissen: Es tötet nicht nur die Unkräuter. Es tötet die Bienen. Es tötet die Würmer. Es tötet das, was unter der Erde bleibt, wenn der Pflug durchfährt.

Die Klagewellen gegen Roundup™ sind nur die Spitze des Eisbergs. Aber die Stadtmenschen, die in ihren Büros sitzen und über Lebensmittelpreise reden, verstehen nicht, dass der leere Teller heute schon da ist – nur nicht auf ihrem Tisch. Sie verstehen nicht, dass der Saatgutmarkt längst kein Wettbewerb mehr ist, sondern ein Kartell. Bayer, BASF, Syngenta – diese Namen klingen wie eine Verschwörung, und sie ist es auch. Die Bauern werden gezwungen, teures, patentiertes Saatgut zu kaufen, das nach einmaliger Ernte keine Samen mehr trägt. Die Natur, die eigentlich kostenlos Samen spendet, wird durch Patente erstickt. Und während die Konzerne Milliarden verdienen, sterben die Sorten, die seit Jahrhunderten den Boden ernährt haben.

Die EFSA, das Europäische Lebensmittelamt, sagt ja zu Glyphosat – aber nur für eine kurze Frist. Die Bauern wissen: Es ist ein Aufschub. Die Erde erinnert sich. Sie vergiftet nicht nur die Menschen, die damit arbeiten, sondern sie vergiftet auch die, die später das Essen auf den Tellern essen. Die Klage aus Indien gegen Syngenta ist kein Einzelfall. Überall auf der Welt gibt es Bauern, deren Felder krank sind, deren Kinder krank werden, deren Wasser krank ist. Aber die Städte hören nicht zu. Sie haben keine Erde unter den Fingernägeln, keinen Staub, der nach trockenem Gras riecht, keine Angst vor dem Regen, der das Gift in die Flüsse spült.

Die Kartellvorwürfe gegen Bayer sind nur ein weiterer Beweis dafür, dass die Macht über das Essen längst in den Händen weniger liegt. Und während die Banken noch immer Investoren verlieren, weil sie in diese Konzerne gesteckt haben, bleibt die Frage: Wer zahlt am Ende? Nicht die Konzerne. Nicht die Banken. Sondern die Bauern, die ihre Felder verlieren, und die Menschen, die hungernd vor leeren Regalen stehen.

Die Erde bleibt. Sie verträgt viel. Aber sie vergisst nichts. Und eines Tages, wenn die letzten Monokulturen tot sind und die Bienen verschwunden, wird sie den Menschen zeigen, was wirklich bleibt. Nicht die Patente. Nicht die Profite. Sondern die Saat, die man nie kaufen kann – die aus der Erde selbst kommt.

Ida Feuerbach.

❖ Ende des Artikels ❖

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