Börse 1937
Terminal Tribune

11. Juni 2026

Dossier · Agrarpolitik & Ernährung

Regulatorische Konflikte und Wirtschaftliche Folgen in der Agrarpolitik

11. Juni 2026 · aus dem Archiv

**PFAS. Glyphosat. Bayer. Die Erde wartet nicht.**

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Die Felder von Baden-Württemberg duften nach Regen und verrottetem Laub, doch die Luft riecht seit Jahren auch nach etwas anderem – nach dem Geruch von Chemikalien, die sich nicht verflüchtigen. Die EU hat die Grenze gezogen: Bis 2025 kein PFAS mehr, ab 2026 Grenzwerte, die die Industrie in Atem halten. Bayer steht im Visier, während es gleichzeitig mit Monsanto kämpft, einem Riesen, der die Erde mit Glyphosat übersät hat, seit die EU es 2023 um weitere fünf Jahre verlängerte – trotz aller Klagen. Die Bauern auf den Feldern wissen, wovon sie reden: Sie haben die leeren Säcke gesehen, die der Wind durch die Scheunen wirbelt. Sie kennen den Geschmack von Wasser, das nicht mehr sauber ist. Sie wissen, dass die Städte die Rechnungen nicht bezahlen, nur die Schuld aufschieben.

Die Übernahme von Monsanto durch Bayer war kein Deal, es war eine Operation. Die Agrarkonzerne haben die Regulierung überrollt wie ein Pflug über einen misstönigen Acker. Doch jetzt kommt der Gegenangriff: Die PFAS-Grenzwerte werden kommen, und mit ihnen die Frage, wer sie bezahlt. Die Bauern? Die Verbraucher? Die Steuerzahler? Die Felder von Poitou in Frankreich werden bald keine Düngemittel mehr aus Russland oder Belarus bekommen, denn die EU hat die Abhängigkeit von den Ölgeschäften zwischen Venezuela und Russland durchschaut – doch die Alternativen sind teuer. Die Bauern dort wissen, dass ein Zentner Weizen heute anders schmeckt als noch vor fünf Jahren: er ist leerer, weil der Boden erschöpft ist, weil die Chemikalien alles versalzen, was nicht schon die Banken gerodet haben.

Die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten sind kein juristisches Spiel – sie sind der Geruch von verbranntem Unkraut, der sich in den Klagen der Landwirte niederschlägt, die feststellen müssen, dass ihre Erträge sinken, während die Konzerne weiter Gewinne einfahren. Bayer hat gelernt: Es geht nicht mehr nur um das Herbizid, es geht um die Kontrolle über die Saatgutbank der Welt. Die Neonicotinoide, die den Bienen das Gedächtnis rauben, sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Bauern sehen die Honigbienen weniger werden, sehen, wie die Bestäubung zusammenbricht – und wissen, dass das kein Zufall ist. Die Erde braucht Zeit, um zu heilen, aber die Politik gibt ihr keine.

Was bleibt, ist die Frage: Wer wird die Rechnung begleichen? Die Felder von Ungarn, wo die Traktoren schon jetzt stillstehen, weil die Düngerpreise explodieren? Die Scheunen in Brandenburg, wo die Ernte seit 2020 nur noch halb so viel einbringt? Die Kümmernisse in den Städten, die jetzt über „Lebensmittelknappheit“ reden, als wäre das ein Problem der Supermarktregale und nicht der leeren Böden? Die Erde riecht nach Rost und nach dem, was fehlt. Und sie wartet darauf, dass jemand sie wieder einpflügt – mit Geduld, nicht mit Glyphosat.

**Ida Feuerbach**

--- **Quellen:** - [Monsanto announces Roundup™ class settlement agreement to ... - Bayer](https://www.bayer.com/media/en-us/monsanto-announces-roundup-class-settlement-agreement-to-resolve-current-and-future-claims/) - [DasPFAS-Verbot in Schaummittel in derEU[2025] | E.P.Fire...](https://epfire.de/pfas-verbot-in-schaummittel) - [PFAS Regulierung 2026: Verbote, Auswirkungen & Compliance-Check](https://www.ecopv-eu.com/blog-de/pfas-regulierung-2026-ewigkeitschemikalien-verbote/) - [BayerundMonsanto: Der teuerste Fehlkauf der Geschichte | DIE ZEIT](https://www.zeit.de/2026/23/bayer-monsanto-uebernahme-glyphosat-klagen) - [Glyphosat-Rechtsstreit: Bayer schließt milliardenschweren ...](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/bayer-monsanto-glyphosat-vergleich-100.html) - [Umstrittenes Herbizid: Wie geht es weiter mit Glyphosat?](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/glyphosat-310.html)

❖ Ende des Artikels ❖

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