Hubballis siebtes Versprechen: Eine Juristenfabrik zieht ihre Schatten auf
Man schneidet Bänder in diesem Land mit einer Regelmäßigkeit, die jedem Statistiker verrät, wie das Geschäft läuft. Erst die Rede, dann das Foto, dann der Satz in der Zeitung, der wie ein Schwur klingt und doch nur die Unterschrift unter eine Rechnung ist. Am vergangenen Samstag, in Hubballi, im Hörsaal der frisch eröffneten KLE Tech School of Law, trat der ehemalige Richter am High Court of Karnataka und Orissa, Krishna S. Dixit, vor die Honoratioren und legte den Studierenden eine Bürde auf, die in Sonntagsreden leicht wiegt und in Gerichtssälen schwer wird: Sie seien, so Dixit, die künftigen „Hüter des Rechts". Man darf diesen Satz zitieren, weil er genau das PR-Material ist, das er sein will. Er klingt nach Verfassung. Er klingt nach Pflicht. Er klingt nach dem alten Indien, das immer dann gerufen wird, wenn das neue Indien seine Märkte öffnet.
Was hier eröffnet wurde, ist keine Akademie im romantischen Sinne, es ist die siebte juristische Fakultät unter dem Dach der KLE Society. Sieben. Man schreibe diese Zahl auf und frage sich, was eine gemeinnützige Gesellschaft, die sich seit Jahrzehnten um juristische Bildung verdient machen will, mit einer solchen Expansion beantwortet — auf wessen Bedarf, in wessen Namen, zu wessen Preis. Die Programme, die der Vize-Kanzler der KLE Technological University, Prakash Tewari, umriss, lesen sich wie ein Sortiment: BBA LLB (Honours), LLB (Honours) und LLM. Honour. Der Zusatz ist ein Pfeil, der seit Jahren in die internationale Vergleichstafel zeigt. Er verspricht Exzellenz, er verspricht Messbarkeit, er verspricht, was Eltern hören wollen, deren Kinder auf etwas hinarbeiten sollen, das sich am Ende gut auf einem Lebenslauf macht.
Es ist diese Mechanik, die unter der Glanzfolie sichtbar wird: die Kommerzialisierung des Rechtsstudiums, gebunden an eine Technologiemarke. „KLE Tech School of Law" — das Adjektiv „Tech" ist kein Ornament, es ist Programm. Es ordnet die altehrwürdige Disziplin des Rechts in ein Narrativ ein, in dem Fortschritt mit Digitalisierung, Skalierung und Marktgängigkeit gleichgesetzt wird. Der ehemalige Assistant Solicitor General Shashikantha C. ermahnte die Studierenden, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, und flocht Vivekananda ein — eine Figur, die in solchen Momenten immer dann aufgerufen wird, wenn Disziplin, Dienst und Pflichterfüllung als Kitt für eine Expansion dienen sollen, die ökonomisch motiviert ist und sich als moralisch verkleidet. Was an diesem Vormittag nicht gesagt wurde, sagt Dean J.M. Mallikarjunaiah, Principal der KLE Law College Bengaluru, in seinen einleitenden Worten beinahe selbst: die KLE Society stehe für eine lange Tradition juristischer Erziehung. Doch Tradition ist ein weicher Stoff, wenn über ihr ein Neubau errichtet wird, der nach Größe schmeckt.
Bleibt die Frage, wem diese Art von Bildung tatsächlich offen steht. Denn der Honour-Zusatz hat seinen Preis, und er hat seine Adresse. Die lokale Bevölkerung von Hubballi, die Söhne und Töchter kleiner Kaufleute, angestellter Lehrer, einfacher Anwälte, die ihre Zulassung gerade einmal stemmen können, stehen vor einer Schwelle, die durch Marken und Rankings höher gelegt wird, als es das Versprechen einer gemeinnützigen Gesellschaft je vorsah. Dean Academics B.B. Kotturshettar war zugegen, die senior faculty members, das Tableau einer akademischen Feier, die ihre eigene Statik bedient. Doch die Statik, die hier gemeint ist, ist jene des Marktes. Sieben Fakultäten einer Gesellschaft bedeuten ein Netz, einen Einzugsbereich, eine Hebelwirkung auf Zulassungen, Gebühren und Lebensläufe. Wer hier nach fünf Jahren mit dem Etikett „Honours" herauskommt, hat nicht nur ein Diplom erworben, sondern ein Versprechen eingelöst, das auf andere keine Rücksicht nimmt.
Die Berufung auf die Verfassung, die Dixit in seiner Ansprache beschwor und mit dem „alten indischen Wissenssystem" verband, ist in diesem Kontext kein bloßes pädagogisches Bekenntnis — sie ist ein Schutzschild. Wer das Recht lehrt, darf den Namen der Verfassung tragen. Wer aber das Recht als Marke vertreibt, gebunden an eine technologische Fakultät, die LLMs hervorbringen soll, wie andere Fakultäten Compiler hervorbringen, gerät in ein Zwielicht, das die Sonntagsrede nicht auflöst. Die indische Verfassung, die hier angerufen wurde, ist ein Text der Gleichheit. Die Strukturen, die ihn lehren, sind es nicht — jedenfalls nicht für jene, die nicht über die Mittel verfügen, sich den neuen Eingang leisten zu können.
Dixit ermahnte seine Zuhörer, sie möchten Richter werden, Generaladvokaten, angesehene Anwälte. Man präge sich diese Wunschliste ein. Sie liest sich wie der Speiseplan einer Kaste, die sich selbst reproduziert. Was in Hubballi eröffnet wurde, ist nicht in erster Linie eine Bildungsstätte. Es ist eine Siebte in einer Reihe, eine Verdichtung, ein Signal an jene, die ohnehin schon wissen, wohin der Weg führt. Für die anderen ist es ein Schild, das sie von außen betrachten dürfen — von der anderen Seite des Vorhangs.
Man verlasse den Saal also mit der Frage, die jeder gute Ermittler stellt, gleichsam am Brett von 1937, auf dem die Figuren längst gezogen sind: Wer profitiert? Wer schweigt? Wer zahlt den Preis für eine Marke, die das Recht in eine Technologieüberschrift verwandelt? Die Antwort steht nicht in den Reden. Sie steht in der Zahl sieben. Sie steht im Honour-Zusatz. Sie steht in jenem kleinen Adjektiv „Tech", das das Recht wie ein Softwareprodukt etikettiert. Die wahre Eröffnung an diesem Samstag war nicht die Fakultät. Sie war der Abschluss eines Geschäfts, das sich als Berufung verkleidet hat.
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