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23. August 2026

Dossier · Politik & Macht

Die Schule, die man nicht betreten lässt

23. August 2026 — — Kastner

Am Freitag, dem 21. August 2026, kam eine Delegation der CJP nach Rampura-Kanwarpura bei Jaipur, um im Rahmen ihrer Kampagne „School Thik Karo“ eine staatliche Grundschule zu besichtigen. Das 1999 errichtete Gebäude war nach einer Prüfung für unsicher erklärt worden. Rund 20 Kinder erhielten dennoch Unterricht im Vorraum eines Rinderstalls, zwischen baufälligen Blechhütten und einem Raum voller Futter. Der Streit dreht sich daher nicht um einen gewöhnlichen Schulbesuch, sondern um die staatliche Behauptung, dieser Zustand sei eine vorübergehende Lösung.

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Ashutosh Ranka, Ko-Koordinator der CJP, sagte, BJP-Arbeiter hätten Mitglieder angegriffen und Fahrzeuge beschädigt; er nannte sie von BJP-Führern gerufene Schläger. Der Oppositionsführer in Rajasthan, Tika Ram Jully, verurteilte die Gewalt. Eine Verurteilung ist kein Beweis für die Täterschaft, und die Behauptung der CJP ist es ebenso wenig.

Der Leiter der Polizeistation Shivdaspura, Rajesh Gautam, sagte, ein Dorfbewohner habe angezeigt, die CJP-Mitglieder seien in großer Zahl gekommen, hätten Bewohner eingeschüchtert und bei Kindern Angst ausgelöst, sodass sie nicht am Unterricht erschienen seien. Die Gegenanzeige der CJP behauptet, die Delegation sei geschlagen worden, und fordert sofortige Festnahmen. Zwei Cross-FIRs, zwei Opfergeschichten; keine ist damit gerichtlich bestätigt.

Videos zeigen eine große Menschenmenge, wütende Wortwechsel, Schieben, Barrikaden und zerbrochene Scheiben an Fahrzeugen. Sie dokumentieren die Eskalation, aber nicht, wer die Absperrung anordnete, wer zuerst Gewalt anwandte oder wem die Wagen gehörten. Die Kamera hält den Druck fest, nicht die Befehlskette.

Am Samstagmorgen brachten die Behörden die etwa 20 Kinder in ein leerstehendes Haus in der Nähe. Ein Raum, der zuvor als Lebensmittelladen gedient hatte, mit Vorratstruhe und anderen Gütern, wurde zum Klassenzimmer; der Ventilator funktionierte nicht, die Tafel stand draußen. Hauseigentümer Ravishankar Sharma stellte ihn mit Zustimmung der Dorfbewohner zur Verfügung. Eine private Lösung, die das Problem nicht löst, aber sichtbar macht: Die Gemeinde hält den Unterricht aufrecht, während die staatliche Schule keine sichere öffentliche Bleibe hat.

Sharma sagte, es seien die eigenen Kinder, die litten, und sie könnten in seinem Gebäude bleiben, bis die Schule repariert und für sicher erklärt sei. Andere Dorfbewohner sagten, sie wollten keine „politische Wendung“. Die Weigerung, den Vorgang politisch zu deuten, mag die Kinder schützen; sie beantwortet nicht, wer den Zugang zur Schule kontrolliert. Ranka kündigte an, die CJP werde weiter für gute Schulen kämpfen.

Der Fall ist deshalb nicht ohne Weiteres ein isoliertes Missgeschick. Die CJP hatte den Besuch geplant, nachdem sie auf die Verhältnisse aufmerksam gemacht hatte; ein CJP-Mitglied namens Sanju berichtete, die Delegation sei bereits ein Jahr zuvor dort gewesen und habe Kinder in einem Büffelstall gesehen. Nach den vorliegenden Berichten wollte die Kampagne an diesem Tag zwei staatliche Schulen im Bezirk Jaipur prüfen. Ob daraus ein flächendeckendes Muster wird, ist offen; sicher ist, dass die prekäre Unterbringung vor dem Besuch bestand und die öffentliche Kontrolle auf Widerstand stieß.

Wer profitiert von der Ausweisung? Nachgewiesen ist das für niemanden. Die CJP erhält Aufmerksamkeit, Videos und einen Anlass, Druck auszuüben; daraus folgt nicht, dass sie den Angriff inszeniert hat. Die Dorfbewohner erhalten vorerst einen Unterrichtsort, die Behörden könnten auf die Verlegung verweisen. Unklar bleibt, ob die Blockade politischen Einfluss, administrative Ruhe oder schlicht die Abwehr unerwünschter Zeugen schützen sollte. Der einzige sichere Gewinner ist bislang die Verzögerung.

Die lokale Macht ist eine Kette: Schulbehörde, Dorfbewohner, BJP-Arbeiter, Polizei und nun der Hauseigentümer. Für die Sicherheitsprüfung ist die Behörde zuständig; Dorfbewohner sagen, die Regierung habe Reparaturmittel bewilligt, die mit lokalem Einsatz umgesetzt werden könnten. Nach Darstellung der CJP stellten Dorfbewohner Barrikaden auf, begleitet von BJP-Arbeitern; die Polizei verteilt die Anschuldigungen auf zwei Akten. Eine Besichtigung von außen macht aus dieser Kette eine öffentliche Rechnung. Offen ist, wer sie verhindern wollte.

Die gegenseitigen Anzeigen bewahren zunächst die bequeme Geschichte, dass beide Seiten einander bedrohten. Sie klären nicht, wann und von wem die Reparaturmittel bewilligt wurden, warum es bis zum Besuch unbenutzbar blieb, wer die Barrikaden aufstellen ließ, warum die Kinder erst nach dem Besuch umzogen und ob sie Unterricht versäumten. Solange das ungeklärt ist, ist der Vorfall weder bewiesener Parteibefehl noch bloßer Zufall. Er ist ein Symptom des Kampfes um Bildungshoheit in Jaipur: Wer bestimmt, was sicher ist, wer nachsehen darf und wer Rechenschaft ablegt, wenn Kinder zwischen Futter und Tafel lernen?

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