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28. August 2026

Dossier · Politik & Macht

PARKS ZU VERKAUFEN — DAS STILLE GESCHÄFT MIT MYSURUS GRÜN

28. August 2026 — — Kastner

Ich habe einmal in Genf einem Mann die Hand gereicht, der drei Stunden später einen Vertrag unterschrieb, den er nie halten würde. Er lächelte dabei. Sie lächeln immer.

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Nun lächelt man in Karnataka.

Das Mysore Grahakara Parishat — eine Bürgerorganisation, deren Name nicht zufällig das Wort Grahakara trägt, denn es bedeutet Verbraucher und meint: jemand, der darauf besteht, dass öffentliches Eigentum öffentliches Eigentum bleibt — hat für den 30. August 2026 eine stille Protestaktion angekündigt. Cheluvamba Park, eine Stunde, zwischen acht und neun Uhr morgens. Eine Stunde, in der eine Stadt ihre Stimme erheben will, leise, weil Schreien noch nie einen Vertragspartner zur Einsicht gebracht hat.

Worum es geht: Die Regierung des Bundesstaates Karnataka hat in der Staatsversammlung eine Änderung des Government Parks (Preservation) Act von 1975 verabschiedet. Der bestehende Akt erlaubt, dass bis zu fünf Prozent des Parklandes ausschließlich für Parkpflege genutzt werden. Nicht mehr. Nicht weniger. Eine kluge Beschränkung, ein Anker im Gesetz, der verhindern sollte, dass öffentliches Grün Stück für Stück in andere Hände wandert.

Die vorgeschlagene Änderung nun öffnet dieses Fenster. Sie soll ermöglichen, dass Teile von Park- und Gartenland für öffentliche Infrastruktur- und Versorgungsprojekte verwendet werden. Und hier, genau hier, kommt die entscheidende Vokabel — jene kleine Wortschöpfung, die in jedem Vertrag zwischen Bürgern und Staat die Alarmglocken schrillen lässt: sold, leased, gifted, exchanged or mortgaged. Verkauft, verpachtet, verschenkt, getauscht oder verpfändet.

Verkaufen. Verpachten. Verschenken.

Man nehme ein Stück öffentliches Grün — das, was die Stadt atmen lässt, was die Hitze bricht, was den Kindern gehört, den Alten, den Vögeln — und mache es zur veräußerbaren Ware. In der Sprache der Verwaltung klingt das nach Pflicht, nach Notwendigkeit, nach Fortschritt. In der Sprache derer, die ich kenne, klingt es nach Geschäft.

Die Frage, die offen bleibt und die zu stellen sich lohnt: Welche konkreten Infrastrukturprojekte sind es, die dieses Land brauchen? Welche Versorgungseinrichtungen lassen sich auf fünf Prozent eines Parks nicht anders unterbringen? Und — die Frage, die sich wie ein Schatten durch jede solche Novelle zieht — wer steht bereit, um dieses Land zu übernehmen, sobald die rechtliche Schleuse geöffnet ist?

Die indische Tagespresse schweigt sich aus über die Urheber im Hintergrund. Das ist nicht ungewöhnlich. Wer in den Akten einer Staatsversammlung blättert, der weiß: Gesetzesinitiativen tragen Namen, aber die wahren Architekten stehen selten auf dem Titelblatt. Sie stehen in den Anlagen. Sie stehen in Lobbyregistern, sofern es welche gibt. Sie stehen in den Wahlkampfkostenrechnungen derer, die vier Jahre später wiedergewählt werden wollen.

MGP hat sich an den Gouverneur Thaawarchand Gehlot gewandt, mit der Bitte, dem Gesetz die Zustimmung zu verweigern. Bhamy V. Shenoy, Gründungs- und Arbeitspräsident, und S.K. Dinesh, Arbeitspräsident, haben geschrieben. Sie argumentieren, dass die Änderung Parks zerstören werde. Sie argumentieren, dass dies die Umwelt schädige, in einer Zeit, in der Städte zunehmend unter den Folgen des Klimawandels und dem Verlust von Grünflächen litten.

Es ist die Stimme jener, die genau hinhören, wenn ein Gesetz das Wort Verkauf zum ersten Mal in einen Schutzakt einschmuggelt. Denn wer einmal verkaufen darf, der verkauft wieder. Wer einmal verschenken darf, der verschenkt bald mehr. Das ist die Mechanik der Erosion — langsam genug, um nicht aufzufallen, und unerbittlich genug, um in zwanzig Jahren eine Stadt ohne Bäume zurückzulassen.

Es wäre naiv zu glauben, dass ein Gesetz, das den Verkauf öffentlichen Grüns ermöglicht, allein der Parkpflege dient. Es wäre naiv, und ich war nie naiv.

Wer profitiert? Das ist die Frage, die sich jeder stellen sollte, der am 30. August nicht nach Cheluvamba Park kommen kann. Wer profitiert davon, dass öffentliches Land in privates oder halbprivates überführt wird? Wer profitiert davon, dass eine Klausel, die fünfzig Jahre Parkpflege hieß, plötzlich Verträge, Hypotheken, Tauschgeschäfte heißt? Die Bauwirtschaft, wenn es um Erschließung geht. Die Versorger, wenn es um Trassen geht. Jene, die schon wissen, wo der Kran stehen wird, bevor das Parlament abstimmt.

Unklar bleibt — und genau dies müsste die Staatsregierung beantworten, bevor der Gouverneur seine Unterschrift setzt — welche konkreten Projekte diese Änderung überhaupt erforderlich machen. Unklar bleibt, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung stattgefunden hat. Unklar bleibt, welche Lobbygruppen in den Anhörungen sprachen und wer schwieg. Unklar bleibt vor allem, warum eine Beschränkung, die fünf Jahrzehnte funktioniert hat, plötzlich nicht mehr ausreichen soll.

Die stille Protestaktion am 30. August wird diese Fragen nicht beantworten. Aber sie wird sie stellen. Auf die Art, wie es das Mysore Grahakara Parishat seit Jahrzehnten tut: leise, hartnäckig, unbequem.

Ich habe einmal einen Vertrag gelesen, der nichts Gutes verhieß. Er war elegant gedruckt, auf schwerem Papier, und seine Präambel sprach von gemeinsamen Werten. Zwanzig Jahre später standen die Vertragspartner vor Gericht, und die Bäume, die das Papier schützen sollte, waren längst gefällt.

Man erkennt die Gefahr nicht am Ton der Rede. Man erkennt sie an den Worten, die plötzlich im Gesetz stehen, die vorher nie dort standen.

Heute steht dort: verkaufen.

❖ Ende des Artikels ❖

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