GESICHTER, DIE NICHT EXISTIEREN
Es gibt sie nicht. Und genau deshalb sind sie überall. DPRK-nexus Akteure betreten amerikanische Technologieunternehmen mit Identitäten, die von künstlicher Intelligenz gezeichnet wurden — Gesichter, Lebensläufe, Stimmen, alles Synthese, alles plausibel, alles Lüge. Die gefälschten IT-Arbeiter sitzen in Slack-Channels, commiten Code, bestehen Interviews mit einer Gelassenheit, die nur Maschinen aufbringen. Der Coup gelingt, weil die Branche vergessen hat, dass Vorstellungsgespräche einst der Prüfung von Körpern dienten.
Parallel führen China-nexus Adversaries gezielte Spionage — nicht mehr Netzwerke, sondern Menschen werden Ziel. Insider, Roadmaps, Lieferketten-Schwächen, jeder Hebel, der den Drei-bis-Vier-Monats-Vorsprung im KI-Rennen verkürzt. Matt Pearl vom CSIS formuliert es nüchtern: Die Volksrepublik hat den Sektor als Ganzes im Visier.
Die USA antworten mit Lärm — öffentliche Rekrutierungskampagnen, digitale Köder für chinesische Quellen. Peking kontert symmetrisch: eigene Infiltrationsversuche, Warnungen an Bürger vor westlichen Kontakten. Zwei Spieler über demselben Brett.
In der Mitte stehen die Startups, nackt. CrowdStrike meldet, dass China-Entitäten im Jahr bis Ende März 2025 über die Hälfte aller staatlich unterstützten Intrusionen gegen Tech-Firmen, besonders deren KI-Vermögen, verantworteten. Anthropic zeigt auf Alibaba. Copyleaks erkennt in DeepSeeks R1 die stilistische Signatur von OpenAI in fast drei Viertel der Antworten. Brian Abbott von Agentiq Capital gibt an, ein chinesischer Mitarbeiter habe Code manipuliert und "ASI" durch "fintech" ersetzt, um die VC-Pipeline zu blockieren — FBI eingeschaltet.
Die Entity List verengt legalen Zugang. Was bleibt, sind Zwischenhändler. DeepSeek steht im Verdacht, amerikanisches Know-how über solche Kanäle erlangt zu haben — möglicherweise, so die offene Frage, um militärische Fähigkeiten der Volksrepublik zu stärken. Bewiesen ist es nicht. Dass niemand es überprüfen durfte, ist Teil des Designs.
Man trägt Handschuhe beim Lesen. Und erinnert sich an Genf, an Verträge, unterschrieben mit demselben Lächeln, mit dem Avatare heute Bewerbungsgespräche bestehen.
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