Der neunzehnte Schlag: Brüssel schließt die Lücken
1937 ist nicht gestern. Es ist jeden Morgen an der Zapfsäule. Jemand dreht den Hahn auf. Jemand dreht ihn zu. Beides kostet Leben.
Das 19. Sanktionspaket der EU ist kein Papier. Es ist eine Bewegung. Sie zielt auf den Energiefluss, der Russland am Leben hält. Und sie zielt zum ersten Mal mit Namen nach China.
Zwei chinesische Raffinerien. Ein Ölhändler. Dazu Litasco Middle East, Lukoils Schattenverlängerung in den Emiraten. Zwei Ölhändler in Hong Kong und den Emiraten. Zwölf chinesische, drei indische, zwei thailändische Entitäten – alle gelistet, alle im Raster.
Die Botschaft ist klar: Wer russisches Öl kauft, steht jetzt im Licht.
557 Tanker stehen jetzt auf der Liste. Jeder einzelne bekommt keinen Hafen mehr, keine Dienste. Die Schattenflotte wird zur Gehetzten. Flaggenstaaten werden angesprochen. Falsche Flaggen werden Folgen haben.
Dann der Gaspunkt. Ab 25. April 2026 kein LNG mehr aus Russland in die EU – für kurzfristige Verträge. Langfristige Verträge sterben am 1. Januar 2027. Belgien, Frankreich, Spanien – die Re-Exportschlupflöcher schließen sich.
Und Rosneft? Gazprom Neft? Die Ausnahmen sind weg. Titan, Aluminium, Kupfer, Nickel, Palladium, Eisenerz, Öl – alles unter Vollverbot. Drei Jahre lang hatten diese Schlupflöcher gehalten. Jetzt nicht mehr.
Was sich verschoben hat: Washington redet nicht mehr als neutraler Vermittler. Washington redet als Vollstrecker. Der Tonfall hat sich geändert.
Für die Arbeiter an der Zapfsäule ändert sich wenig. Der Preis bleibt oben. Aber die Architekten hinter dem Preis – sie werden nervös. Denn das 19. Paket trifft nicht nur Russland. Es trifft jeden, der bisher still verdient hat.
Bier statt Bourbon. Aus Prinzip. Und weil Bourbon von Leuten getrunken wird, die den Preis nie bezahlt haben.
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