RECHNUNG OHNE WIRT — DAS PENTAGON UND DIE 1,5 BILLIONEN
Es riecht nach Pulver und Papier. 1,5 Billionen Dollar für 2027 — eine Steigerung um 42 Prozent, der teuerste Militäretat der modernen Geschichte, wie Jules J. Hurst III, Unterstaatssekretär im Kriegsministerium, am Dienstag erklärte. Eine "generational investment", sagt er. Ich höre: Generationengeld, ausgegeben an unserer statt.
Die Architektur ist vertraut. Luftwaffe erhält 33,6 Prozent mehr, Marine 24,3, Heer 23,9. Gehaltserhöhungen zwischen fünf und sieben Prozent. 65 Milliarden fließen in 18 Kriegsschiffe und Versorger — die größte Flottenbestellung seit 1962. Im Zentrum: die "Golden Fleet" mit Schiffen der Trump-Klasse. Ja, so heißt das nun.
Der "Golden Dome" firmiert als mehrschichtiger Schild. Patriot, THAAD, Hyperschallabwehr — 64,5 Milliarden für Munition der nächsten Generation. Drohnen: 53,6 Milliarden für autonome Plattformen, 21 Milliarden für Munition und Counter-Drohnen. Das Collaborative Combat Aircraft Programm soll hochgeschwindigkeitsdrohnen entwickeln, die mit bemannten Jets operieren. Andurils Prototyp YQF-44A Fury tritt auf.
Der F-47, sechste Generation, Next Generation Air Dominance Initiative. Boeing erhielt den Zuschlag, die Vertragssumme bleibt Verschlusssache. Kampfradius über 1000 Seemeilen, über Mach 2 — doppelt so weit wie die F-22. 185 Maschinen geplant. Der General nennt es Anpassungsfähigkeit. Ich nenne es eine Wette, deren Quoten niemand kennt.
Das Heer bricht seine Silos auf. Next Generation Command and Control, knapp drei Milliarden Dollar, soll eine integrierte Architektur schaffen — Daten fließen statt zu stocken, Entscheidungen schneller fallen. Bezahlt wird durch Umschichtung bestehender Mittel: "zero sum realignment". Der Fokus liegt auf Software und Infrastruktur. Klingt solide. Heißt: andere Programme bluten still.
Die Kette soll fester werden. Das Pentagon will die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten für seltene Erden verringern und die inländische Verarbeitung stärken — eine Schwachstelle der US-Verteidigungslieferkette. Welche Minen, welche Verträge, welche stillen Gewinner — bleibt im Dunkel des Etats.
Offen bleibt, wem diese 1,5 Billionen am Ende gehören. Und ob der Kongress den Mantel kauft — oder hineinschaut, bevor er bezahlt.
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