Kapital auf Acker, Hunger im Dorf
Das Geld kommt aus der Ferne. Fonds, die keine Felder kennen, nehmen das Land trotzdem. Was als «Investition» verkauft wird, ist Landnahme — sie bringt weder Wohlstand noch Arbeit, nur soziale Ungleichheit.
Mubadala hat seine IBIT-Position von 437 Millionen auf über 566 Millionen Dollar erhöht, obwohl der Wert der Anteile sinkt. Das Abu Dhabi Investment Council hält seine Position trotz fallender Kurse. Es wird gekauft, was fällt — kein Anlegen, ein Besetzen.
Norwegens «Government Pension Fund Global» zeigt das Muster: 2,4 Billionen Dollar aus Öl und Gas, investiert in ausländische Aktien, damit künftige Generationen vom heutigen Reichtum profitieren. Von welchem Gewinn reden wir, wenn das Kapital aus Ländern kommt, deren Böden längst in den Händen weniger Eliten und Unternehmen liegen? Der Fonds speist sich aus dem, was der Boden hergibt — anderswo nimmt er ihn.
Das indirekte Bitcoin-Engagement des Fonds stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 11.549 BTC. Rund 86 Prozent davon stecken in einem einzigen Unternehmen: Strategy. Das ist keine Diversifizierung, das ist Konzentration. Der Anstieg folgt aus dem breit diversifizierten Aktienportfolio von NBIM, nicht aus einer direkten Entscheidung für Bitcoin. Die Logik bleibt dieselbe: Vermögen bündelt sich, Abhängigkeit wächst.
In der Schweiz scheitert ein solcher Staatsfonds am Widerstand von Bundesrat und Nationalbank. Die SNB schrieb in zehn Jahren drei Mal Verlust, ihre Gewinne sind keine verlässliche Quelle. Rohstoffeinnahmen, die einen Fonds speisen, sind immer auch Geld, das anderswo einem Boden entrissen wurde.
Unklar bleibt, welche Aktienpositionen tatsächlich auf Landkonzessionen, Wasserrechte oder Agrarexporte durchschlagen. Klar ist: Landgrabbing verschärft die Ungleichheit — Land bleibt in den Händen weniger, die Rechte ländlicher Gemeinschaften fallen.
Der Acker bleibt. Wem er gehört, entscheidet nicht mehr der Pflug.
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