Der Settlor behält die Macht — und der Trust bleibt trotzdem gültig
Wer hier das Sagen hat, ist nicht der, den das Gesetz vorne zeigt. Paragraph 41A des Trustees Act, 2025 grundlegend novelliert, erlaubt dem Errichter eines Trusts ausdrücklich, sich Investment-Management, Asset Distribution und sogar die Abberufung des Trustees vorzubehalten — ohne dass die Konstruktion kippt. Klingt nach juristischer Feinjustierung. Ist in Wahrheit ein Geschenk an jeden, der sein Vermögen kontrollieren will, ohne die Haftungsschilde aufzugeben, die ihm ein Trust bietet. Die Singapore Trustees Association hat 2026 gemessen: 89 Prozent der SFO-Trust-Deeds enthalten bereits solche Reserved Powers. Der Markt hat die Lücke erkannt, bevor die Aufseher sie schließen konnten.
In Singapur sind Trusts das Rückgrat der Vermögensverwaltung. 72 Prozent der Single Family Offices nutzen sie, bei den größeren Vehikeln mit über 500 Millionen Singapur-Dollar AUM setzen 63 Prozent zusätzlich auf eine Private Trust Company — eine eigene Gesellschaft als Trustee, im Besitz der Familie. Die MAS zählt mittlerweile über 1.500 SFOs, mit Trust-Vermögen von mehr als 120 Milliarden Singapur-Dollar. Die Architektur wächst, und sie wächst kontrolliert — kontrolliert von denen, die das Konstrukt entworfen haben.
Die Herausforderung liegt auf der Hand. Familienunternehmen müssen formelle Governance-Mechanismen entwickeln, um Kontrolle und Management über Generationen zu sichern. Doch die Realität sieht anders aus: 37 Prozent der asiatischen Familien haben keinen formellen Nachfolgeplan, und nur 23 Prozent haben ihre Pläne in verbindliche rechtliche Rahmenwerke gegossen. 5,8 Billionen US-Dollar werden zwischen 2026 und 2030 in der Region den Besitzer wechseln. Vermögen, das über Klassen und Jurisdiktionen verstreut ist, Familienmitglieder leben global verstreut. Das Re: The Lee Family Trust-Verfahren von 2025 hat bestätigt, dass diskretionäre Trusts unter singapurischem Recht nicht in den ehelichen Vermögenspool fallen — ein Urteil, das die Nachfrage weiter befeuert.
Hongkong und Singapur sind die beiden Hauptakteure dieses Transfers. Hongkong lockt mit steuerlichen Vorteilen, Singapur mit einer robusten Vertrauensinfrastruktur. Technologien wie KI und Blockchain verbessern die Klientenerfahrung und die betriebliche Effizienz. Am Ende zählt die Integration von Erbschaftsplanung, Treuhandstrukturen und Steueroptimierung — wer das zusammenführt, bewahrt Vermögen. Wer es nicht tut, verliert es.
Unklar bleibt, wie viele dieser Konstrukte tatsächlich Familienfrieden stiften und wie viele nur die Illusion von Kontrolle für einen Patriarchen zementieren, der längst nicht mehr loslässt.
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