Die Schuld von 1945 und der Schneeball von 2025
Hören Sie zu. Zwischen 1948 und 1975 ist die US-Schuldenquote von über 100 Prozent des BIP auf etwa 25 Prozent gefallen. Siebzig Punkte. Vierzig davon kamen nicht aus Sparkurs, sondern aus einer simplen Rechnung: Die Zinsen auf Staatsschulden lagen unter dem nominalen Wirtschaftswachstum. Die Differenz fraß den Berg. Regulation Q deckelte die Einlagenzinsen, die Fed akzeptierte eine Obergrenze für Treasury-Renditen — das war keine Magie, das war Buchhaltung mit Zwangsjacke.
Heute? Die Zinsen liegen über dem Wachstum. Der Schneeball rollt wieder, diesmal in die falsche Richtung.
Die Methode damals heißt Finanzrepression: Staatliche Eingriffe in Zinssätze, gelenkte Investitionen in Staatsanleihen. Die Fed soll den Dollar kontrollieren, sagt man. Das ist die halbe Wahrheit. Wer den Dollar wirklich kontrolliert, sitzt nicht in Washington. Das Eurodollar-System ist ein dezentrales Netzwerk dollar-denominierter Verpflichtungen auf Bilanzen privater Banken außerhalb der USA — entstanden in den Fünfzigern, dokumentiert 1964 vom BIS, nie auf einem Gipfel beschlossen. Es wuchs von unten, weil der Welthandel es brauchte.
Und jetzt das Geflecht aus moralischem Risiko. Powells Worte von der „starken und resilienten" Wirtschaft wirkten wie eine Bürgschaft. Schattenbanken vergaben Kredite ohne Sorgfalt. PrimaLend kollabiert über fragwürdige Autoinventare, BB Capital über fiktive Rechnungen in dreistelliger Millionenhöhe. Zwei Namen. Spitze eines Eisbergs.
Wenn das Vertrauen in Sicherheiten erodiert, ziehen sich Geldgeber zurück. Die Kaskade kennt kein Ende. Die Swap-Spreads weiten sich — der Markt wettet auf Zinssenkungen, nicht auf Stabilität. Die Zoll-Inflation? Nicht da, sagt der CPI.
Unklar bleibt, welche Fraktion innerhalb der Fed sich durchsetzt. Verschiedene Karten, ein Tisch. Was zählt: Die Nachkriegsarchitektur basierte auf Disziplin und funktionierendem Wachstum. Beides ist Mangelware.
1937. Jemand bestellt Stahl. Das bedeutet immer dasselbe.
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