Börse 1937
Terminal Tribune

5. September 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

LOCKHEED LEHRTE UNS NICHTS — RHEINMETALL WIEDERHOLT ES TROTZDEM

5. September 2026 — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Zehn Millionen Dollar. 1961. Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, Lockheed, 916 F-104 Starfighter. Der Lobbyist Ernest F. Hauser sagt es. Der Minister klagt auf Verleumdung. Die Ermittlung verläuft im Sand. Das ist nicht das Ende. Das ist der Anfang vom Ende.

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Siebzehn Jahre später, im Wahlkampf 1976, kehrt die Geschichte zurück. Ein Untersuchungsausschuss arbeitet sich von Januar 1978 bis Mai 1979 durch das, was übrig ist — denn 1962 wurden die meisten Lockheed-Dokumente im Verteidigungsministerium vernichtet. Vernichtet. Wer Akten tilgt, will Spuren tilgen. Offen bleibt, wer den Befehl gab.

Und nun Rheinmetall. Bußgelder gezahlt, Ermittlungen überstanden — und die Praxis geht weiter. Das ist kein Zufall, das ist Architektur. Ein russisches Trainingszentrum, ein philippinisches Simulationszentrum: Schmiergelder stehen im Raum. Bewiesen ist es nicht. Bewiesen werden muss es trotzdem. Als Mittelsmann taucht ein früherer Marine-Offizier auf — Papagiotis Efstathiou — der griechische Ministeriale und Militärs bedient. Die Handschrift ist dieselbe wie bei Lockheed. Ehemalige Offiziere. Ehemalige Vertraute. Sie sprechen die Sprache derer, die unterschreiben.

Rheinmetall kooperiert nun mit den Staatsanwälten, hat intern ermittelt. Korrekte Reaktion. Falsche Adresse. Wer sich selbst kontrolliert, kontrolliert nichts. Offen bleibt, ob die Exportgenehmigungs-Architektur Bestechung überhaupt nötig macht — oder nur kanalisiert.

Unterdessen steigt die Rheinmetall-Aktie, wenn die USA den Iran bedrohen. Geopolitik als Kurshebel. Eine strategische Partnerschaft mit Lockheed Martin Australia soll das Haus langfristig stärken, kurzfristige Volatilität inklusive. So reden Börsianer. So reden auch Generäle, wenn sie Munitionsfabriken meinen.

Der Bundestag setzt Ausschüsse ein. Die Ausschüsse geben Empfehlungen. Niemand setzt sie um. Die Neubewertung der Exportgenehmigungen steht auf dem Papier. Auf dem Papier steht viel.

Die Frage, die offen bleibt: Wessen Vielleicht ist es?

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 1 Behauptung belegt
  1. ZAHL 73% von Lockheed Martins Umsatz im Jahr 2024 stammen aus dem US-Bundeshaushalt, wobei 65% direkt vom Verteidigungsministerium kommen.

    im Quelltext gefunden

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „As of 2024, 73% of the company's revenue came from the federal government, including 65% from the United States Department of Defense.“

2 Quellen · 1 davon belegt · 0 externe Belege · 1 prüfbare Behauptung

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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