Stahl für Kiew, Schecks aus Berlin
Brüssel, 3. Dezember 2025. Die NATO einigt sich: Jeden Monat mindestens eine Milliarde US-Dollar für US-Rüstungsgüter, insgesamt bis zu 15 Milliarden. Abfangraketen, offensive Systeme. Rutte nennt es die bestmögliche militärische Lage für Kiew. Wadephul sieht keinen ernsthaften Verhandlungswillen in Moskau. Beide unterschreiben.
Deutschland macht mit. Zwei Pakete im Wert von 200 Millionen Dollar, rund 172 Millionen Euro — gemeinsam mit Polen, Norwegen und den Niederlanden. Plus 25 Millionen Euro in einen NATO-Fonds für Winterausrüstung und medizinische Versorgung der ukrainischen Streitkräfte. Klingt nach humanitärer Zugabe. Ist Buchhaltung.
Die wahren Zahlen: 2024 genehmigte Berlin Rüstungsexporte in die Ukraine im Umfang von 8,2 Milliarden Euro. 2025 waren es zwei Milliarden. Einbruch um 75 Prozent — trotz ungebrochener Unterstützung. Über das PURL-Programm finanziert Berlin US-Waffenkäufe mit über 500 Millionen Euro. Die Bundesregierung spricht von verlässlicher Partnerschaft. Es ist der schrittweise Abschied von der direkten Lieferung — und der Einstieg in die Finanzierung amerikanischer Rüstungsfabriken.
Die Ukraine bleibt größter Empfänger: 4,4 Milliarden Euro, gefolgt von Norwegen, Ungarn und dem Vereinigten Königreich. Budapest passt ins Bild. Die Gesamtgenehmigungen stiegen von 8,36 Milliarden 2022 auf 12,13 Milliarden 2023, erreichten 2024 mit 12,8 Milliarden ihren Höchstwert. Verschoben, nicht gespart.
Unklar bleibt, wer in Washington profitiert. Patriot für Lockheed Martin. HIMARS für Raytheon. In Brüssel werden die Namen nicht verlesen.
Parallel kündigt Kanzler Merz bei einer Golfreise an, Waffenexporte nach Saudi-Arabien, Katar und die Emirate zu erleichtern. „Aktion Aufschrei" spricht von einem folgenschweren Fehler, verweist auf Menschenrechtsverletzungen und Weiterverbreitung in Krisenregionen. Die Kanzlerkanzlei hört zu und macht weiter.
Bestellt wird immer im Namen der Sicherheit. 1937 wie 2025. Das Wort ändert sich. Die Logik nicht.
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