Die Klaviatur der hybriden Bedrohung
Die Bedrohung trägt viele Masken. Manche schreien — nennen sich „Vulkangruppe" oder „Angry Birds" und füllen die Akten mit Pathos. Andere flüstern in Glasfaserkabeln, schleichen durch Software, die gestern noch schützte. Die Wahrheit liegt im Halbschatten: Trotz manchmal übertriebener Behauptungen ihrer Fähigkeiten sind diese Gruppen weiterhin in der Lage, bedeutende Einflussoperationen durchzuführen.
Die Landkarte der Angriffe zeigt ein Muster. Iranische Akteure haben eine Geschichte der Zielausrichtung kritischer Infrastrukturen und des Finanzsektors — sie studieren die Adern moderner Staaten mit der Geduld von Kartographen. Seit 2022 beobachten wir eine Eskalation der Cyberangriffe, mit verstärkter Fokussierung auf mehrere NATO-Staaten gleichzeitig. Der Angriff auf die Deutsche Bahn war keine Einzelzelle, sondern Teil einer orchestrierten Kampagne, die zugleich in Kopenhagen und Rotterdam zuschlug.
Die Technik verrät ihre Täter. Der Angriff nutzt technische Neuerungen im DDoS-Werkzeug, die bestehende Verteidigungsmaßnahmen umgehen — ein Spiel, bei dem die Angreifer neuerdings einen Bauplan mitbringen, den die Verteidiger nicht kennen. Was gestern noch schützte, ist heute Legende.
Daneben existiert ein Diskurs, der nicht verstummen will: jener über Zuständigkeiten und Strategien im Umgang mit Drohnenbedrohungen, wie er durch den Vorfall in Leipzig verdeutlicht wurde. Eine Drohne, beladen mit Sprengstoff, gefunden von einem Busfahrer — nicht von einem Frühwarnsystem. Das BKA registrierte über tausend verdächtige Drohnenflüge im vergangenen Jahr. Deutschland sieht eine zunehmende Notwendigkeit, seine Fähigkeiten zur Drohnenabwehr zu verbessern, um sich gegen hybride Bedrohungen zu schützen.
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Gruppen wie die „Vulkangruppe" und „Angry Birds", die möglicherweise hinter den Anschlägen stehen. Zugleich gibt es eine Serie von Anschlägen auf kritische Infrastruktur in Deutschland, die mit Linksextremismus in Verbindung gebracht werden — ein weiteres Instrument im Orchester der Verunsicherung. Wer hier dirigiert, bleibt unklar.
Die Bundesregierung spricht von täglicher hybrider Kriegsführung. Ein Forschungszentrum entsteht, zehn Millionen fließen, vierzig Stellen werden geschaffen. Die offene Frage bleibt: Wächst die Architektur der Antwort schneller als die Architektur der Bedrohung — oder jagen wir erneut den Schatten hinterher?
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