Pipeline und Propaganda – Kiew trifft Kronstadt
Sie lesen richtig. Kronstadt. Der Marinestützpunkt, der über ein Jahrhundert Zaren und Sowjets verteidigte, wird heute von Drohnen aus Kiew heimgesucht. Was 1937 Stahl bedeutete, bedeutet 2026 Pipeline.
Schauen wir hin. Die Ukraine attackiert erneut Ölanlagen bei St. Petersburg. Ein Terminal im Bezirk Kirowski getroffen. Gouverneur Drosdenko meldet „technische Folgen" behoben, keine Opfer. 67 ukrainische Drohnen abgeschossen. Selenskyj spricht von erfolgreichen Angriffen auf Kronstadt. Videos in Telegram-Kanälen zeigen Treffer im Ölhafen selbst. Die Stadtspitze schweigt.
Moskau beschuldigt Kiew, gleichzeitig drischt Russland nahezu täglich Drohnen über die Ukraine. Gleitbomben auf Sumy, Trauertag in Kiew nach 30 Toten. Wer hier wen zuerst schlug, ist nicht die Frage. Die Frage ist, wer profitiert.
Gazprom und die russische Regierung zeigen auf die Ukraine und betonen ihre Abwehrmaßnahmen. Beide Seiten nutzen die Angriffe zur politischen Propaganda, um den Gegner als Aggressor darzustellen. Strukturell bleibt: Treffer auf Gaspipelines und Ölterminals beeinflussen Energieversorgung und Preise weltweit. Die Ukraine steht vor einer humanitären Energiekrise. Gleichzeitig gibt es Verdachtsmomente auf russische Beteiligung an Schäden an Unterseekabeln in der Ostsee.
Unklar bleibt, wer diese Kabel beschädigte. Unklar bleibt, ob der Eisbrecher „Purga" tatsächlich getroffen wurde – Selenskyj sprach von Kronstadt, nicht von „Purga". Sollte der Angriff gelingen, verzögert sich der Bau erheblich, Russlands militärische Fähigkeiten schwächen sich. Reichweite ukrainischer Drohnen steigt. Präzision steigt.
Angriffe treffen militärische wie zivile Ziele. Wohngebäude in Sumy, ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter unter den Toten. 27 Verletzte. Die humanitäre Krise verschärft sich.
Hören wir auf, Zahlen zu zählen, ohne die Architektur dahinter zu sehen. Gazprom spricht von Abwehr. Moskau spricht von Einnahmen. Kiew spricht von Russlands Kriegseinnahmen. Jede Meldung dient der eigenen Position. Wer bezahlt? Nicht die Generäle. Nicht die Gazprom-Vorstände. Die Pipeline führt immer zum gleichen Ende.
Hagen, im Auftrag der Lesenden.
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