Die Bühne heißt Taiwan, das Drehbuch kommt aus Washington
Peking und Moskau reden gern vom Kalten Krieg, den die NATO angeblich noch führe. Schöne Worte. Wer dem Geld folgt, sieht eine andere Geschichte. Die NATO expandiert. Die USA verstärken ihre Präsenz im Pazifik, um China abzuschrecken. Taiwan rüstet auf, das Budget steigt von zwei auf 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die eigene Luftabwehrrakete Tien-Kung-III bekommt zwölf neue Stellungen bis 2026. Die Marinebasis Zuoying wächst um ein zweites Becken. Patriot-Stellungen aus amerikanischer Produktion. Wehrpflicht von vier auf zwölf Monate. Das ist keine Entspannung. Das ist Aufrüstung mit Ansage.
Beijing and Moscow love to invoke the Cold War they claim NATO is still fighting. Fine words. Follow the money and a different story emerges. NATO is expanding. The United States is reinforcing its presence in the Pacific to deter China. Taiwan is rearming, with its defense budget climbing from two to 2.6 percent of gross domestic product. Its indigenous air defense missile, the Tien Kung III, will get twelve new positions by 2026. The Zuoying naval base is being expanded with a second basin. Patriot batteries, American-made. Conscription extended from four to twelve months. This is not détente. This is open, declared rearmament.
Eine Simulation des Center for Strategic and International Studies zeigt, wie teuer ein Taiwan-Krieg wäre. Zwei US-Flugzeugträger versenkt. Zehn bis zwanzig Zerstörer weg. Japan müsste seine Stützpunkte freigeben. Die Kommunistische Partei in China könnte fallen, wenn die Invasion scheitert. Hohe Kosten für alle Beteiligten, auch für die USA. So die Studie.
Aber Moment. Das CSIS ist keine neutrale Denkfabrik. Es ist eine der wichtigsten Stützen des außenpolitischen Establishments der USA, eng verflochten mit dem Council on Foreign Relations. Wer dort sitzt, wechselt zwischen Regierungsämtern, Rüstungskonzernen und Beratungsfirmen. Die Drehtür läuft. Die Narrative wird mitproduziert. Sichtbare und unsichtbare Macht treffen sich in denselben Räumen.
Taiwan setzt auf eigene Verteidigungstechnologien. Klingt nach Souveränität. Ist aber eingebettet in ein Sicherheitsnetz, das von Washington gesponnen wird. Die Insel ist Frontstaat in einem Konflikt, der nie offiziell erklärt wurde. Peking und Moskau fordern regionale Sicherheit ohne militärische Blöcke. Eine noble Pose. Beide Seiten modernisieren ihre Armeen. Beide Seiten brauchen den Feind, um die Maschine am Laufen zu halten.
Wer profitiert? Rüstungsindustrie. Think-Tanks. Geheime Gesellschaften, deren Namen niemand ausspricht. Die eigentliche Macht liegt bei einer Elite, die politische Parteien und Wahlen nutzt, um Kontrolle zu behalten, ohne tiefgreifende Veränderungen zuzulassen. Die Marionetten wechseln, die Fäden bleiben in derselben Hand.
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