Metas Muse lächelt, der Scheich zahlt, die Bilanz schweigt
Im September 2026 bringt Meta die iPhone-App Muse. Ein persönlicher KI-Agent, kostenlos, wöchentliche Grenzen, Premium gegen Gebühr. Nur USA, Expansion folgt. Ein Avatar, ein Name, ein freundliches Gesicht für eine Maschine. Folgt dem Trend der personifizierten Charaktere, ähnlich Grok, schreibt Zac Hall bei 9to5Mac.
So weit der Werbezettel. Schauen wir auf die Mechanik.
Wer eine personalisierte KI nutzt, gibt ihr Aufmerksamkeit, Daten, Gewohnheiten. Wer die Lizenz kontrolliert, kontrolliert die Antworten. Llama 3.1 — 405 Milliarden Parameter, in Metas Produkte eingebaut, billiger als geschlossene Modelle wie GPT-4. Klingt nach Offenheit. Ist es nicht. Die Lizenz erlaubt Meta, die Nutzung zu steuern. Neal Gompa schrieb auf Mastodon, Fedora habe Llama 2 nicht ausliefern können — Lizenz nicht OSI-konform. Stefano Maffulli von der Open Source Initiative nennt Llama eine Haftung: zu intransparent, und Meta bleibt am Drücker.
Offen wie ein Scheunentor mit Schloss.
Übersetzung in die Sprache der Straße: Wer ein solches Werkzeug baut, baut eine Waffe, die sich verkleidet. Bei Desinformation und Einflussoperationen in Afrika spielen dubiose Krypto-Börsen und externe Akteure — saudische Interessengruppen werden explizit genannt — eine bedeutende Rolle bei der Finanzierung. Öl-Geld, anonyme Coins, gefälschte Identitäten. Was fehlt, ist der skalierbare Bote. Muse, kostenlos im Wochenrhythmus, mit kostenpflichtiger Schalte. Abo-Logik, die simuliert, was Leser für menschlich halten.
Unklar bleibt, welche Verträge zwischen Meta, Scheichs und Coin-Börsen existieren. Klar ist: das Produkt ist da, das Geld fließt. Die Frage ist nicht, ob Muse missbraucht wird. Die Frage ist, wer das Sagen hat, wenn es passiert.
Zuckerberg sagt, offene Modelle seien der Standard. Maffulli sagt, Llama sei zu wenig offen, um sicher zu sein. Beide Aussagen stehen im selben Absatz. Beide sind wahr. Die Wahrheit dazwischen gehört denen, die sie verschweigen.
Die Bücher waren nie ausgeglichen.
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