Der Poh-Vau-Schwindel: Befund ohne Patient
Lebensmittel. Poh-Vau. Positiv getestet. Und dann?
Die Überschriften kennen wir. Schon wieder ein Virus, schon wieder ein Befund, schon wieder ein Grund, die Packung im Kühlregal zu meiden. Was die Meldung verschweigt: keine bekannten Fälle menschlicher Infektion. Null. Niemand. Kein Patient auf Station.
Hier beginnt die Ermittlung. Nicht am Kühlregal. Sondern auf der anderen Seite der Titelseite.
Wenn ein Pharmakonzern wie Teva Anleihen emittiert, um seine finanzielle Stabilität zu wahren — während eine Rekordklage wegen gefälschter Wirksamkeitsdaten im Raum steht —, dann sehen wir das Muster. Die Branche lebt von der Krise. Ob Generika, ob Biosimilar, ob deklarierte Innovation: Die Maschine läuft. Sie läuft schneller, wenn die nächste Schlagzeile den Verbraucher ins Regal greifen lässt.
Unklar bleibt, welches Labor den Poh-Vau-Nachweis in Lebensmitteln erbracht hat. Unklar bleibt, welche Aufsichtsbehörde das Ergebnis validiert hat. Unklar bleibt, wer den medialen Verstärker bedient. Unklar bleibt, wer an der Verpackung der Angst verdient.
Teva betont seine Rolle als innovatives Unternehmen. Innovation klingt sauber. Poh-Vau klingt gefährlich. Beides zusammen ergibt das Geschäftsmodell: Erst die Panik, dann das Präparat. Ob das Präparat hält, was die Werbung verspricht, hat die Rekordklage wegen gefälschter Wirksamkeitsdaten bereits beantwortet.
Ich war Ärztin. In der Arbeiterklinik habe ich gesehen, wer die echten Viren bezahlt — und wer an ihnen verdient. Poh-Vau gehört nicht zu den echten. Noch nicht. Vielleicht nie. Doch solange die Berichterstattung ohne Patienten auskommt, fragt sich: Wessen Patient ist diese Geschichte dann?
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