TRUMPS ÖLWAHNSINN: WER KASSIERT, WER ZAHLT
Dass der Sprit an der Zapfsäule vier Dollar kostet, hat einen Namen. Er steht nicht auf der Quittung.
Donald Trump sagt es selbst. Hohe Ölpreise? „Wir machen eine Menge Geld." Die USA sind der größte Ölproduzent der Welt. Nettoexporteur seit 2020. Fünf Millionen Barrel raffinierte Produkte täglich gehen raus in die Welt. Fracking wird ab sechzig, siebzig Dollar pro Barrel profitabel. Bei hundert lacht die Kasse.
Fracker. Raffinerien. Pipeline-Betreiber. Die nüchterne Liste der Gewinner.
Aber Trump will niedrige Energiepreise. Das war sein Versprechen. Hohe Preise belasten die Wirtschaft. Es widerspricht sich.
Also lügt einer.
Die Struktur dahinter: Trumps „Energiedominanz" ist Geopolitik mit Öl als Waffe. Erst Venezuela, dann Iran. Die Ströme werden umgelenkt. China soll geschwächt werden. Denn China kauft neunzig Prozent des iranischen Öls. Seit April 2025 in Renminbi abgerechnet — nicht in Dollar. Das ist der eigentliche Feind. Nicht die Mullahs.
Die Straße von Hormus ist blockiert. Zwanzig Prozent des globalen Öls fließen dort. Die Hälfte geht nach China. Peking sieht seine Energiesicherheit bedroht. Verurteilt die Angriffe als „eklatanter Verstoß gegen die Souveränität". Russland, Nordkorea fallen bei. Eine Anti-USA-Allianz formiert sich.
In Washington spielt man ein scharfes Spiel. Finanzminister Bessent will Iran „wirtschaftlich ersticken". Die erste Sanktionsrunde trifft kleine chinesische Firmen — nicht die großen Raffinerien. China droht mit Vergeltung. Sprecher Lin Jian: „illegale einseitige Sanktionen." Das geplante Xi-Treffen im Weißen Haus steht auf der Kippe.
Unklar bleibt, wer den längeren Hebel hat. US-Behörden kämpfen gegen Schattenflotten und illegale Finanznetzwerke. Das Volumen wächst schneller als die Maßnahmen.
An der Zapfsäule zahlt der Arbeiter. Im Boardroom wird gezählt.
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