Börse 1937
Terminal Tribune

19. September 2026

Dossier · Politik & Macht

Putins zweite Front in Mexiko und Argentinien

19. September 2026 — — Kastner

Man zeigt Ihnen eine Bühne, und Sie sehen die Bühne. Ich sehe, wer die Beleuchtung bezahlt. In Mexiko-Stadt und Buenos Aires, jenen Städten, die einander so fern und so ähnlich sind wie zwei Spiegelungen desselben vergessenen Versprechens, hat sich eine Erzählung eingenistet, die nicht dort geboren wurde. Sie kommt aus Moskau, spricht Spanisch und trägt den Namen RT. Sie dient Putin.

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Was wie Journalismus aussieht, ist ein Manöver. Vladimir Rouvinski hat es Reporters Without Borders erklärt, ohne mit der Wimper zu zucken: RT ist keine Redaktion, sondern eine Waffe. Deren Kaliber in Rubel, deren Munition in Schlagzeilen, deren Ziel die westliche Hemisphäre. Die Strategie ist so einfach wie unanständig: einseitig erzählen, Russland niemals kritisieren, den Zuschauer dort abholen, wo sein Ärger wohnt. Migration, Menschenrechte, Umwelt — stets ist Amerika schuld. Russland? Stets makellos.

Während Washington in Caracas und anderswo mit Sanktionen und militärischer Härte regiert — was lateinamerikanische Führer nennen, was es ist: neokoloniale Erpressung —, nutzt Moskau jede Wunde. Mexiko, Argentinien: zwei Länder, die der Dollar erpresst und die Geschichte halb vergessen hat, werden zum Sprachrohr einer Macht, die ihre eigene gewaltsam umschreibt. Bleiben die US-Beziehungen, wie sie sind, gerät die regionale Stabilität in Lateinamerika auf die Verliererstraße.

Dass Plattformen wie X einem einzigen Mann gehören, der mit Washington verhandelt, als wäre Twitter eine Währung, verschärft die Sache. Wer die Kamera besitzt, besitzt das Bild. Die wirtschaftliche Asymmetrie, die sich im iPhone-Preis ablesen lässt — Indien braucht die meisten Arbeitstage, Mexiko und Argentinien liegen nicht weit dahinter —, ist der Boden, auf dem diese Saat keimt. Wer arm ist, hört zu.

Offen bleibt, wessen Erzählung als nächste bezahlt wird.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 2 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT RTs Präsenz in Lateinamerika stellt die Region als Gegenpol zur US-Hegemonie dar

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Strategie zielt darauf ab, USA als Ursache für Probleme darzustellen und Russlands Einfluss zu stärken

    „As a result, RT primarily attacks the U.S., portraying it as the cause of problems, both domestically and in the Western Hemisphere.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT RT verwendet eine einseitige Erzählweise, die Russland nicht kritisiert

    „RT employs two main strategies: a one-sided narrative that only shows one perspective of the story, and never criticises Russia.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Der Artikel unterstreicht Risiken regionaler Stabilität bei Neubewertung der US-Beziehungen

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT Lateinamerikanische Führer kritisieren die US-Politik als neokolonialistisch und erpresserisch

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 2 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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