Börse 1937
Terminal Tribune

19. September 2026

Dossier · Pharma & Medizin

Moderna schaltet um: vom Patentverzicht zum Patentgeschäft

19. September 2026 — — Dr. L. Rath

50 Mikrogramm. Halbe Dosis, doppelter Markt.

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Stéphane Bancel, CEO von Moderna, hat bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA den Antrag auf bedingte Marktzulassung für eine Booster-Impfung gestellt — 50 µg, halb so viel wie bei der Erst- und Zweitimpfung. In den USA liegt der gleiche Antrag bereits bei der FDA. Am 17. September berät die FDA über das Biontech-Pendant Comirnaty. Beide Anträge. Parallel. Synchron. Beschleunigt.

Die geänderte Phase-II-Studie liefert das Lieblingswort der Pandemie: robuste Antikörperreaktionen gegen die Delta-Variante. mRNA-1273 — so der Wirkstoff, hinter dem ein Unternehmen ohne profitables Kernprodukt steht. Was die Studie nicht verrät: wer die Endpunkte definiert hat, wer im Aufsichtsrat sitzt, wer die Begleitumstände kennt und wer am Ende das Honorar nimmt.

Moderna ist ein Verlustunternehmen mit Börsenfantasie. Hohe Verluste, unsichere klinische Ergebnisse, ein Aktienkurs, der von jeder positiven Meldung zehrt. Amgen daneben: starke Profitabilität, diversifiziertes Portfolio, solide Dividende, etablierte Produkte. Der Vergleich zeigt, wer Cash produziert und wer Cash verbrennt. Moderna verbrennt — und braucht jeden Booster.

Und hier kippt die Geschichte. Während der Pandemie verzichtete das Unternehmen auf die Durchsetzung seiner Patente — mRNA-1273 durfte nachgebaut werden, die Welt brauchte Impfstoff. Jetzt, wo die Auffrischung zum Pflicht- und Geschäftsthema wird, schaltet Moderna um: geistiges Eigentum wird wieder verteidigt. Die Strategie ist lesbar. Erst Weltgesundheit. Dann Aktionärsgesundheit.

Politische Unterstützung für strengere Impfstoffanforderungen in Europa könnte die Zulassung beschleunigen. Offen bleibt, wer diese Linie formuliert hat, wer die Daten liefert, die sie rechtfertigen, wer am Ende profitiert. Bancel sagt: „Wir freuen uns." Die Aktionäre sicher auch.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 3 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL Moderna hat bereits einen Antrag bei der FDA in den USA eingereicht

    „In Amerika wurde der Antrag der Arzneimittelbehörde FDA bereits übermittelt.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZAHL Die geänderte Phase-II-Studie zeigt, dass die 50-µg-Dosis robuste Antikörperreaktionen gegen die Delta-Variante induziert.

    „Die geänderte Phase-II-Studie und zusätzliche Analysen zeigen, dass eine Auffrischungsdosis von 50 μg unseres Covid-19-Impfstoffs robuste Antikörperreaktionen gegen die Delta Variante induziert““ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZAHL Moderna beantragt eine bedingte Marktzulassung für eine 50-µg-Dosis ihrer Covid-19-Auffrischimpfung bei der EMA.

    im Quelltext gefunden

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „Moderna hat Daten zur Prüfung einer bedingten Marktzulassung für eine 50-µg-Auffrischungsdosis des Covid-19-Vaccine Moderna (mRNA-1273) bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eingereicht.“

  4. ZITAT Die politische Unterstützung für strengere Impfstoffanforderungen könnte die Zulassung in Europa beeinflussen.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT Amgen hat eine solide finanzielle Basis und Wachstum durch etablierte Produkte, während Moderna auf zukünftige klinische Erfolge angewiesen ist.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 3 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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