Die Quittungen der Fledermaus: HKU5, NIH und das Netz aus 25 000 Passwörtern
Man schreibt 2025, und Shi Zhengli, in den Spalten „Batwoman" genannt, in Wahrheit eine Wissenschaftlerin von präziser Eleganz, legt ein neues Coronavirus aus dem Merbecovirus-Subgenus auf den Tisch: HKU5-CoV-2, fähig, menschliche Zellen zu infizieren, noch nicht im lebenden Patienten nachgewiesen. Ihre Warnung, geradeheraus: die nächste Pandemie sei keine Überraschung, sondern eine Quittung. Die Überwachung der Tierreservoire keine Paranoia, sondern Geschäftsführung.
Die Rechnung indes ist alt. Zwischen 2014 und 2019 flossen 3,7 Millionen Dollar NIH-Gelder über die EcoHealth Alliance nach Wuhan, sechshunderttausend direkt ans Institut. Anthony Fauci erklärte vor dem Kongress, das NIH habe Gain-of-Function-Forschung „im Wuhan-Institut nie und auch jetzt nicht" finanziert, und schrieb im Februar 2020 an Francis Collins und Brian Harrison, in Wuhan werde an entsprechenden Experimenten gearbeitet, eine Spike-Protein-Mutation sei „vermutlich absichtlich eingefügt"; man solle die WHO einschalten, „bevor die Lab-Leak-Theorie die Öffentlichkeit erreicht". Im Juli 2026 berief er sich vor Rand Paul auf das Fünfte Amendment. Sein einstiger Berater David Morens bekannte sich schuldig, Bundesdokumente zur Pandemie versteckt zu haben. Senatsberichte dokumentieren Virusproben, die 2018 ein chinesischer Militärforscher an ein US-Labor sandte und die in Detroit vom Zoll abgefangen wurden; der Forscher starb 2020 unter ungeklärten Umständen.
Im April 2020, fünf Monate nach Ausbruch, veröffentlichten anonyme Aktivisten fünfundzwanzigtausend E-Mail-Adressen und Passwörter der Gates-Stiftung, der WHO und des Wuhan-Instituts, dokumentiert von der SITE Intelligence Group. Alarmanlagen mit dem Handballen eingedrückt, Museumsbeleuchtung gelöscht. Die offene Frage, wer die Strippen zog, bleibt; das Misstrauen gegenüber den Institutionen ist seither so groß wie das Vertrauen in eine Waage mit unsichtbaren Federn. Selbst die nüchternen Luftqualitätsindizes, AQI, mit denen wir Infektionsrisiken messen, sprechen lauter als manches Genfer Protokoll. Die Fledermaus, verehrter Leser, hat nichts zu verbergen. Nur wir.
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