Börse 1937
Terminal Tribune

24. September 2026

Dossier · Finanzen & Wirtschaft

ACHT PROZENT MEHR FOSSIL

24. September 2026 — — E. Wolff

Die Berichterstatter haben ihre Forderung auf den Tisch gelegt. Paris-konforme Übergangsplanung. Höhere Kapitalpuffer für fossile Aktivitäten. Schön, dass jemand fragt.

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Die Zahlen zuerst. 8,7 Billionen Dollar haben die 65 größten Banken seit 2016 in Öl, Gas und Kohle gepumpt. 2025 noch einmal 90 Milliarden obendrauf — ein Plus von 8 Prozent. Die 60 größten Privatbanken: 6,9 Billionen Dollar, davon 3,3 Billionen in Konzerne, die fossil expandieren. Die Richtung stimmt. Nur nicht mit dem Klima.

In Europa führt die Deutsche Bank das deutsche Feld an. 132,4 Milliarden Dollar seit 2016, Platz 22 weltweit, Platz drei in Europa — 13,4 Milliarden im Jahr 2023, 9,2 Milliarden über Kredite. Die DZ Bank sitzt mit im Boot. Beide reden von Reduktion. Beide wachsen.

Warum die Schere? In Europa drücken die Aufseher. Strengere Klimarisikoannahmen, Transitionsplanung, Kapitalpuffer. Die Banken reagieren — kosmetisch. In den USA und Japan ist das Fenster wieder offen. Zwölf von fünfzehn nordamerikanischen Banken haben keine substanziellen Klimazusagen mehr. JPMorgan, Bank of America, Mizuho sind aus der Net Zero Banking Alliance ausgestiegen. 32 Prozent der globalen Fossilfinanzierung kommen aus den USA.

Die Quote: 0,42 zu 1. Für jeden Dollar in Fossiles fließen 42 Cent in Erneuerbare. Die IEA fordert 6 zu 1 bis 2030. Wir sind bei 0,42. Japaner bei 0,35. Chinesen bei 0,52. US-Amerikaner bei 0,25. Europäer am besten mit 0,70 — und meilenweit hinter dem, was nötig wäre.

Wer nicht sehen will, hilft beim Verschleiern. BNP Paribas, Crédit Agricole und Citi lassen LNG-Terminals gleich ganz aus der Rechnung fallen. RBC hat das Versprechen, seine Quote zu veröffentlichen, wieder eingesteckt. Wer nicht zählen muss, kann nicht lügen.

Die Berichterstatter sagen: Schluss mit freiwilligen Versprechen. Verbindliche Regeln. Rechtliche Verantwortung. Wer Klimarisiken nicht in seine Szenarien einpreist, soll Kapital dafür zurücklegen. Die Uhr tickt. Die Bücher sind nicht ausgeglichen. Und das war nie ein Versehen.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 3 von 4 Behauptungen belegt
  1. ZAHL Die weltweit größten Banken haben ihre Finanzierung für fossile Brennstoffe im Jahr 2025 um 8% erhöht

    „The biggest banks in the world increased their fossil fuel funding by 8%, the latest Banking on Climate Chaos report finds.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZAHL Die 60 größten Privatbanken haben seit 2016 6,9 Billionen Dollar in fossile Brennstoffe investiert

    „In den acht Jahren seit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens haben die 60 größten Privatbanken der Welt den Klimawandel mit Investitionen in fossile Brennstoffe in Höhe von 6,9 Billionen Dollar befeuert.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  3. ZITAT Europäische Banken reduzieren ihre Finanzierung für fossile Brennstoffe aufgrund von Klimarisiken und strengeren Regulierungen, während US-amerikanische und japanische Banken ihre Unterstützung ausweiten

    „European banks were the most likely to reduce their fossil fuel financing, while the US and Japan increased financing in 2025.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Die Berechnungsmethoden der Banken für ihre Energieversorgungsfinanzierungsverhältnisse sind oft unklar oder unvollständig, was die Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Berichte beeinträchtigt

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 3 davon belegt · 0 externe Belege · 4 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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