rone über Japan — JSAT, RIKEN und die Frage der Waffe
Tokio, im Frühjahr 2026 soll es soweit sein. Sky Perfect JSAT, RIKEN, die Universitäten Nagoya und Kyushu bündeln ihre Kräfte für den weltweit ersten Satelliten, der Weltraummüll per Laser aus der Umlaufbahn räumt. Kein Körperkontakt, kein Treibstoff an Bord: Der Strahl verdampft und ionisiert die Oberfläche des Schrotts, der Rückstoß drückt ihn in stabilere Bahnen. Sicher, wirtschaftlich — so lesen es die Pressemitteilungen.
Doch die Geschichte hat zwei Böden. Sechs Millionen Dollar Eigenkapital, so die eigene Angabe, für ein Vorhaben, das 2026 in Dienst gehen soll? Das klingt nach Kleingeld eines Konzerns, der ein größeres Konto verbirgt. Die JAXA „unterstützt" nur die Frühphase, eingebettet ins J-SPARC-Programm. Wer am Ende fliegt und wer am Ende zahlt, bleibt offen.
Im April 2020 gründet RIKEN das Satellite Orbital State Control Laser Laboratory. Tadanori Fukushima leitet es — und gleichzeitig das JSAT-Projekt. Eine Personalunion, die den Blick schärft, aber auch Fragen weckt. Die Universität liefert die Grundlagenforschung, JSAT die Anwendung, die Verteidigungsbehörden schweigen bisher. Nur: Die Technik kennt keine saubere Grenze zwischen Müllabfuhr und Zielerfassung. Wer einen Strahl auf taumelnde Trümmer richtet, kann denselben Strahl auf einen funktionierenden Satelliten richten. Die Brennweite ist dieselbe. Die Wellenlänge ist dieselbe.
Der Weltraumvertrag von 1967 verbietet Massenvernichtungswaffen im Orbit. Vom blendenden Laserstrahl schweigt er. Diese Lücke ist der dunkle Korridor, durch den alle Beteiligten gehen. Die Aufräumer von heute sind die Verteidiger von morgen — wer das eine darf, hat das andere in der Tasche.
Internationale Kooperation, heißt es. Bisher ist es vor allem eine japanische — unter dem Dach nationaler Institute. Wer später einsteigt, welche Augen mitlasern, ist unsichtbar. Wir beobachten weiter.
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