Rauchende Colts und geschlossene Schulen: Das Geständnis im US-Report
Der Bericht umfasst 520 Seiten. Soviel wiegt ein Geständnis, wenn es vier Jahre zu spät kommt. Der Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat zusammengetragen, was die Wissenschaft längst wusste und viele Politiker nicht hören wollten: Schulschließungen, Impfpflicht, Maskenpflicht – all dies geschah ohne hinreichende wissenschaftliche Grundlage. Im Vorwort stehen die heiligen drei Worte: Verantwortlichkeit, Transparenz, Ehrlichkeit. Klingt nach Marmor. Riecht nach Asche.
Unter Präsident Joe Biden sollen weitere Untersuchungen folgen. China weist die Vorwürfe zurück – wie immer, wie jedes Mal, wenn ein Labor im Spiel ist. Die diplomatischen Beziehungen werden zum Minenfeld. Mittendrin wandelt David Baltimore, Nobelpreisträger, Kalifornier, ein Mann, der die Gentechnik erfand. Er sprach vom "rauchenden Colt" im Genom von SARS-CoV-2. Dann ruderte er zurück. Habe übertrieben, schrieb er an Nature. Auch die Evolution könne das Virus gebaut haben. Baltimore ist kein Lügner. Er ist der Beweis, dass Wissenschaft zur These wird, die These zur Waffe, die Waffe zum Bedauern.
Gain-of-Function-Studien – niemand wollte das Wort aussprechen, als es noch zählte. Neue Leaks, neue Berichte, das Feuer brennt weiter. Das Wuhan Institute of Virology bleibt der zentrale Knoten, auch wenn die WHO einen Laborunfall als unwahrscheinlich einstuft. Shi Zhengli, "Chinas Fledermausfrau", hat dort jahrelang die Viren katalogisiert, die uns heute Sorgen machen. Zufall oder Bauplan? Die Antwort fehlt.
Und hier liegt das Kalkül hinter der späten Anerkennung: Wer zu hart durchgriff, braucht einen Schuldigen, der schlimmer war als der Griff. Die Laborleck-Theorie legitimiert rückwirkend, was an Maßnahmen geschah.
Was wurde nicht gemessen, als man die Schulen schloss?
❖ Ende des Artikels ❖
