Stromspar-Check steht auf der Streichliste
21 Millionen Euro. So viel gibt der Bund 2026 dafür aus, dass die Caritas armen Haushalten erklärt, wie man den alten Kühlschrank tauscht. Kleinstprogramm im Klimafonds - bis zu 50 Millionen pro Posten.
Die Lücke, die Union und SPD schließen wollen, ist mit Kleinkram nicht zu stopfen. Sechs Milliarden Euro: 35 Milliarden Einnahmen stehen 41 Milliarden Ausgaben gegenüber. Diese 21 Millionen füllen das Loch wie ein Tropfen den Ozean. Aber die Kürzungsabsicht steht im Koalitionsvertrag. Nicht ob, sondern wann.
Daneben stehen 50 Millionen für Landwirte, die mit Hecken und Feuchtbiotopen gegen Hochwasser kämpfen, 16 Millionen für Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen, sieben Millionen für Landstromanlagen in Häfen. Zusammen weniger als ein Prozent der Lücke. Symbolisch ist es eine Landkarte der Prioritäten.
Wer sich keinen neuen Kühlschrank leisten kann, wer im Hochwasser steht, wer unter Schiffsabgasen lebt - das sind die, denen der Rotstift zuerst begegnet. Die CO2-Preiserhöhung, die das Defizit füllen könnte, wird verschoben. Neue Steuern? Nicht in Frage - die Finanzierung erfolge ohne neue Abgaben, damit die Unterstützung breit bleibe.
Die Logik ist alt. Wer zahlt, schweigt. Wer nicht zahlt, wird gefragt. Wer gar nicht gefragt wird, dem wird erklärt, warum der Gürtel enger muss.
Der Klimafonds war angetreten, die Energieunabhängigkeit zu erhöhen, Arbeitsplätze zu schaffen, den Weg zur Klimaneutralität zu ebnen - bis 2050, so der Beschluss. Investitionen in erneuerbare Energien, Gebäudesanierungen, moderne Mobilität. Keine Wohltat. Pflicht.
Wiener fordert derweil den umfassenden Wandel im Lebensmittelsystem - von Produktion bis Konsum. Farm to Fork, längst überfällig, blockiert von der Agrarindustrie. Derselben, die auch an den 50 Millionen für klimaresiliente Landwirtschaft mitverdient - solange sie fließen.
Warum steht der Stromspar-Check ganz oben? Nicht in der Arithmetik zu finden. Nur in der Symbolik. Und in der Frage, wessen Kühlschrank zählt.
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