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Terminal Tribune

27. September 2026

Dossier · Rüstung & Sicherheit

Giftmunition: Wenn das Foto vor dem Mörser kommt

27. September 2026 — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Ich habe in zwei Kriegen gelernt, dass die erste Salve selten vom Mörser kommt. Sie kommt vom Lautsprecher. Heute kommt sie vom Server. Die Deutsche Welle hat ein Faktencheck-Team, das genau diese Salve untersucht – und was dabei herauskommt, ist eine Landkarte der Lügen.

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Seit dem 24. Februar 2022 tobt ein doppelter Krieg. Auf dem Schlachtfeld und im Netz. Wer die Deutungshoheit hat, hat den nächsten Mobilisierungstag. Putins Behauptung, die Ukraine wolle Atomwaffen – Falsch. Die Vorlage: Selenskyjs Münchner Rede über das Budapester Memorandum. Fakten verdreht, Kontext amputiert, Zielgruppe im eigenen Sprachraum.

Es sind nicht immer die ganz großen Lügen. Es sind die wiederverwerteten. Im März 2023 zählte das EDMO-Netzwerk 1.006 Faktenchecks in der EU. Sechzehn Prozent davon zum Ukraine-Krieg, neun Prozent zur Pandemie, neun Prozent zum Klimawandel. Verschwörungen über die "15-Minuten-Stadt", erfundene Impf-Nebenwirkungen, Verleumdungen gegen Selenskyj. Das sind keine Zufälle. Das ist ein Muster, das sich an verfügbaren Narben orientiert.

Und dann die neue Munition: KI-generierte Bilder. Fünf Prozent der Faktenchecks im März – noch niedrig, sagen die Analysten. Aber der Trend zeigt nach oben. Putin kniet vor Xi. Trump wird verhaftet. Der Papst im Daunenmantel. Ein AfD-Abgeordneter postet ein KI-Bild von "aggressiven Männern" – bewusst konstruiert, um Vorurteile zu bedienen. Sechs Finger, deformierte Ohren. Wer das nicht sieht, will es nicht sehen.

Offen bleibt, wer die industriellen Kapazitäten hinter diesen Kampagnen finanziert. Klar ist: Echtheitszertifikate für Medieninhalte könnten Deepfakes eindämmen. Klar ist auch: Reverse Image Search und Metadatenanalyse helfen – ersetzen aber keine gerichtsfeste Beweissicherung. Und je besser die KI wird, desto schwerer wird die Erkennung. Regulierung wird Pflicht.

Am Ende hilft nur eines: Medienkompetenz. Nicht als Floskel. Als Verteidigungslinie. Denn wer das Foto nicht liest, liest auch den Waffenstillstand nicht.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZAHL KI-generierte Desinformation nimmt in der EU zu, mit einem Anteil von etwa 5 Prozent der Faktenchecks im März 2023.

    „Noch ist ihr Anteil recht niedrig – im März spielte sie in etwa 5 Prozent der rund 1000 Faktenchecks des EDMO-Netzwerks eine Rolle.“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZITAT Der DW-Faktencheck dient als Gegenmaßnahme, um Falschinformationen entlarven und die Wahrheit zu klären.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT Die Verbreitung von Desinformation betrifft häufig Themen wie den Ukraine-Krieg, Corona-Pandemie und Klimawandel.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Technische Lösungen wie Echtheitszertifikate könnten zur Kontrolle der Deepfake-Verbreitung beitragen.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT Medienkompetenz ist notwendig, um die Anfälligkeit der Bevölkerung für Falschinformationen zu reduzieren.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 1 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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