Börse 1937
Terminal Tribune

28. September 2026

Dossier · Politik & Macht

Die Vetomächte als Komplizen: Russland und China schützen Pjöngjang

28. September 2026 — — Kastner

Man muss den Männern zugutehalten, dass sie es nicht einmal mehr verbergen. Sie sitzen im Sicherheitsrat, die Beine übereinandergeschlagen, die Gesichter höflich, und legen ihr Veto auf den Tisch wie andere eine Visitenkarte. Im Juni 2019 blockierten Russland und China den Sanktionsausschuss — zum zweiten Mal binnen eines Jahres. Die Kommission sollte feststellen, dass Pjöngjang sein Jahreslimit für raffinierte Erdölprodukte überschritten hatte. 500.000 Barrel sind erlaubt. Nordkorea importierte 2018 das Siebenfache: 3,5 Millionen Barrel, zumeist über illegale Schiff-zu-Schiff-Transfers auf hoher See. Der Tanker SAEBYOL, getarnt als Fischerboot, wurde dabei fotografiert. Von der Royal Navy. Für Archive, die niemanden mehr überraschen.

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Was als Sanktion daherkommt, ist ein Theater. Die UN verhängt seit 2006 Runde um Runde, doch die Türen bleiben offen. Frontunternehmen, Briefkastenfirmen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen ist umstritten — diplomatisch formuliert; gemeint ist: Sie wirken nicht. Die USA und fünfundzwanzig weitere Staaten hatten Anzeige erstattet. Moskau und Peking widersprachen fristgerecht. Sie sind — das flüstert man in Genf hinter vorgehaltener Hand — die Hauptlieferanten jener Erdölprodukte, die das Regime am Leben halten.

Ein zweites Kapitel betrifft Seoul. Südkoreanische Banken könnten, wissentlich oder unwissentlich, bei der Umgehung der Sanktionen gegen Nordkorea und Iran helfen. Das Risiko: Reputationsschaden, vor allem der Verlust des Zugangs zum US-Finanzmarkt. Die USA und die UN isolieren Finanzinstitutionen, die mit sanktionierten Entitäten verkehren. Was als Mahnung daherkommt, ist eine Drohung.

Die Frage ist nicht, ob die Sanktionen versagen. Sie versagen offiziell, mit Genehmigung, im Licht der Kameras. Offen bleibt, ob die nun vorgeschlagene stärkere Verantwortlichmachung Russlands und Chinas mehr ist als ein Punkt auf einer Tagesordnung, die man abhakt, bevor der Wein kommt.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 3 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Eine stärkere Verantwortlichmachung von China und Russland für die Durchsetzung der Sanktionen ist notwendig, um Druck auf Nordkorea auszuüben.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  2. ZITAT Trotz internationaler Sanktionen gelingt es Nordkorea, seine nuklearen und ballistischen Programme durch Umgehung der Sanktionen zu finanzieren.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  3. ZITAT China und Russland haben wiederholt UN-Sanktionen gegen Nordkorea blockiert und untergraben, was die Wirksamkeit dieser Maßnahmen schwächt.

    „Russia and China have blocked the United Nations Security Council committee monitoring sanctions against North Korea“ — wörtlich im Quelltext belegt

  4. ZITAT Die Wirksamkeit der Sanktionen ist umstritten, da Nordkorea seine nuklearen Aktivitäten trotz der Maßnahmen fortsetzt.

    „However, the effectiveness of these sanctions is often debated, as North Korea is known for its ability to evade sanctions“ — wörtlich im Quelltext belegt

  5. ZITAT Die UN und andere internationale Akteure haben umfangreiche Sanktionen gegen Nordkorea verhängt, um dessen nukleare Programme zu unterbinden.

    „The Security Council imposed sanctions on North Korea after its first nuclear test explosion in 2006 and has made them tougher and tougher in response to further such tests and its increasingly sophisticated ballistic missile program.“ — wörtlich im Quelltext belegt

5 Quellen · 3 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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