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Terminal Tribune

28. September 2026

Dossier · Politik & Macht

3+3 — wo sechs Mächte Brücken bauen, die kein Zöllner prüft

28. September 2026 — — Kastner

Die Plattform trägt einen freundlichen Namen. „3+3" — drei Südkaukasus-Staaten und drei ihrer großen Nachbarn: Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Russland, Iran und die Türkei. Man spricht von „regionaler Verantwortung" und der „Unzulässigkeit externer Initiativen", die neue Trennlinien schaffen könnten. So steht es im Protokoll der russisch-türkischen Konsultationen Anfang September in Moskau. Der Ton ist weich. Die Handschuhe sind weiß.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

Wer die Mechanik solcher Formate kennt, hört das Lächeln darin. Russland und die Türkei haben ein Interesse daran, dass außerhalb dieses Tisches nichts entschieden wird. Eine noble Geste. Nur: Wer kontrolliert, was diese sechs untereinander lösen?

Hier wird das Netz dichter. Russland und Iran sitzen am selben Tisch. Vizeminister Michail Galusin und sein iranischer Kollege Mehdi Sobhani bestätigten bei einem Treffen die Bereitschaft, gemeinsame Infrastrukturprojekte im Südkaukasus voranzutreiben — insbesondere für den Internationalen Nord-Süd-Transportkorridor. Das klingt nach Logistik. Es klingt auch nach einer Architektur, die Sanktionen umgehen kann. Wer Straßen baut, baut Routen.

Die Aufseher in Washington, Brüssel und Canberra haben das nicht übersehen. Berichte über Durchsetzungsmaßnahmen häufen sich — gegen russische Sanktionsumgehung, gegen Scheinfirmen in Armenien und Georgien. Briefkastenfirmen als Weichensteller. Wer profitiert, ist selten eine Frage in Communiqués.

Der Südkaukasus ist nicht neutral. Abchasien und Südossetien bleiben umkämpft. Die Berge haben mehr Imperien gesehen als zählbar — persische, römische, osmanische, russische. Wer dort eine Plattform etabliert, erbt auch deren Schatten.

„3+3" ist eine Architektur. Russland liefert das Format, Iran die Routen, die Türkei die Mäßigung. Armenien und Georgien liefern — ob sie wollen oder nicht — die juristischen Hüllen. Welchen Preis Aserbaidschan zahlt — und für wen — bleibt offen.

Wem nützt es, wenn sechs Mächte Brücken bauen, die kein Aufseher prüft? Die Antwort liegt nicht in Pressekommuniqués. Sie liegt in Bilanzen, deren Namen niemand kennt.

❖ Ende des Artikels ❖

Prüfbare Behauptungen — 1 von 5 Behauptungen belegt
  1. ZITAT Die Zusammenarbeit umfasst Länder wie Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Russland, Iran und die Türkei, die gemeinsam an regionaler Verantwortung arbeiten.

    „In this context, Moscow and Ankara stressed their interest in continuing the regular work of the “3+3” platform, which will unite Azerbaijan, Armenia, Georgia, Russia, Iran, and Turkey. The parties believe that this format, based on the principle of “regional responsibility,” can contribute to stren“ — wörtlich im Quelltext belegt

  2. ZITAT Russland und die Türkei lehnen externe Initiativen ab, die potenziell neue Spaltungen in der Region verursachen könnten.

    die vorgeschlagene Belegstelle steht so NICHT im Quelltext und wurde deshalb verworfen; das ist eine Aussage ueber den Vorschlag, nicht ueber die Quellenlage

    vorgeschlagene Belegstelle verworfen, weil so nicht im Quelltext: „During the consultations, Russia and Türkiye noted the inadmissibility of external initiatives that could lead to the emergence of new dividing lines in Central Asia and the South Caucasus.“

  3. ZITAT Die geopolitische Zusammenarbeit zwischen Russland und Iran im Südkaukasus könnte die Umgehung von Sanktionen durch Infrastrukturprojekte erleichtern.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  4. ZITAT Die Nutzung von Briefkastenfirmen in Armenien und Georgien zur Umgehung von Sanktionen zeigt komplexe internationale Finanzkriminalitätsnetzwerke.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

  5. ZITAT Aktuelle Enforcement-Aktionen zielen auf die Bekämpfung von Finanzkriminalität ab, insbesondere auf russische Sanktionsumgehung durch Scheinfirmen in Armenien und Georgien.

    nicht woertlich zuordenbar — die Behauptung ist umformuliert oder findet sich nicht im Wortlaut der angegebenen Quellen; das ist KEINE Aussage darueber, ob sie belegt ist

5 Quellen · 1 davon belegt · 0 externe Belege · 5 prüfbare Behauptungen

Maschinell geprüft: jede Belegstelle wurde wörtlich im Quelltext gesucht. Die Bewertung der Redaktion ist nicht Teil dieser Prüfung.

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