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28. September 2026

Dossier · Energie & Klima

PETRONAS ZIEHT DIE STRIPPEN — EUROPAS GASHahn GEHÖRT JETZT MALAYSIA

28. September 2026 — — Hollis

Sie nennen es Marktpräsenz. Ich nenne es Kolonisierung mit Lieferschein.

KI-generierte Illustration zum Beitrag

PETRONAS, der malaysische Staatskonzern, drückt aufs Gas. Europa soll kaufen — langfristig, in großen Mengen, zu Konditionen, die irgendwo zwischen Kuala Lumpur und Brüssel ausgehandelt werden, nicht an der Zapfsäule in Piräus. Die Strippen werden länger. Die Strippenzieher wechseln, die Struktur bleibt.

Griechenland spielt den strategischen Knotenpunkt. Verstärkte LNG-Zufuhr, Kooperation mit globalen Energieunternehmen. Wer füllt diesen Knoten? Wer kontrolliert den Fluss? METLEN und PETRONAS unterschreiben. Diversifizierung der LNG-Quellen, sagen sie. Versorgungssicherheit, sagen sie. Ich sage: Monopol mit zwei Briefköpfen sieht aus wie Wettbewerb, ist aber keiner. Die Energieversorgung Griechenlands und Südosteuropas wird „sicherer". Für wen? Für die griechische Industrie, die jetzt brav kauft was Malaysia liefert, oder für METLEN, die sich als Torwächter zwischen Kontinent und Konzern positioniert?

Die Türkei. Hier wird es dichter. Langfristige LNG-Lieferverträge. Versorgungssicherheit plus Exportmöglichkeit für überschüssige Energie. Dann kleine modulare Reaktoren — SMR — als flexiblere, lokalere Option. Dann Abkommen mit den USA zur Diversifizierung. Das ist kein Zufall. Das ist eine Architektur. Die Türkei soll Drehscheibe werden zwischen Ost und West, zwischen LNG, Kernkraft und Pipeline, zwischen Washington und jedem, der zahlt.

Offene Fragen, die niemand stellt: Wer kontrolliert die Vertragsklauseln, die bei Preisverfall greifen? Wer haftet, wenn SMRs nicht liefern? Welche Politiker in Ankara, Athen, Washington haben ihre Unterschrift unter diese Abkommen gesetzt — und wessen Konto füllt sich danach? Die Widerstandsfähigkeit, von der die Broschüren sprechen, ist die Widerstandsfähigkeit des Konzerns gegen den Verlust eines Marktes. Nicht die des Verbrauchers gegen einen kalten Winter.

PETRONAS erweitert seine Marktpräsenz. So steht es. Ich schreibe es, wie es riecht: nach Pipeline und nach Macht, die nie an der Zapfsäule verhandelt wird.

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