Die stille Verabredung: Wie eine Laborthese zur Verschwörung erklärt wurde
Es beginnt mit einem Brief. Februar 2020, das »Lancet«. Siebenundzwanzig Namen stehen unter einer Erklärung, die »Verschwörungstheorien« verurteilt — gemeint ist jede Erwähnung eines Laborunfalls. Einer der Erstunterzeichner: Peter Daszak, Präsident der EcoHealth Alliance, die sechshunderttausend Dollar an das Wuhan Institute of Virology überwiesen hat. Man nennt das Subvention. Man könnte es Interessenlage nennen.
Daszak schwieg, als The BMJ um Stellung bat. Schweigen ist Methode. Andere Wissenschaftler, die Bedenken äußerten, schwiegen aus Angst um Fördermittel und Karriere. Filippa Lentzos, King's College, im Wall Street Journal: »Die Leute fürchteten um ihre Karrieren und ihre Mittel.« So sieht Zensur im einundzwanzigsten Jahrhundert aus. Nicht durch Verbote, sondern durch die Drohung mit dem beruflichen Exil.
In Peking bestritt Dr. Shi Zhengli jede Verantwortung. Sie sagte der New York Times: »Wie soll ich Beweise für etwas liefern, wofür es keine Beweise gibt?« Eine kluge Frage — allerdings eine, die sie auch dann stellt, wenn die Indizien sich verdichten. Ihre Forschungsarbeit von 2017 dokumentiert die Erstellung hybrider Fledermaus-Coronaviren. Sie besteitet, dass es Gain-of-Function sei, da nicht die Virulenz erhöht worden sei. Eine semantische Distinktion, die in Pandemiezeiten wenig tröstet.
Nach US-Geheimdienstberichten erkrankten 2019 drei Forscher des Wuhan-Instituts nach einem Höhlenbesuch in Yunnan. Die chinesischen Behörden schwiegen. Präsident Biden ordnete eine Untersuchung an. Die WHO-Mission verlief ergebnislos — was kaum überrascht, wenn die Akten versiegelt bleiben und die Kameras geführt werden.
Nicholas Wade, einst Redakteur bei Nature und der New York Times, sagte der ANI: Das Entweichungsszenario erkläre die verfügbaren Fakten besser als das natürliche Auftreten. Eine Stimme gegen ein Establishment. Was bleibt offen? Wer hat wann von den erkrankten Forschern erfahren, wer hat die Versiegelung koordiniert, und warum schwieg ein ganzes Forschungsfeld ein Jahr lang?
❖ Ende des Artikels ❖
