Amgens grüne Kreuzzüge: Krebsforschung als nachhaltiges Geschäft
Die Terminal Tribune, Büro München, späte Stunde. Amgen — ein Name, der in jedem Biotech-Prospekt auftaucht wie das Amen in der Kirche — arbeitet mit anderen Organisationen zusammen, um die Krebsforschung zu unterstützen und die Nachhaltigkeit in der Biotechnologie zu fördern. So steht es geschrieben. So wird es kommuniziert. So landet es in den Depeschen.
Die Frage, die sich ein Wissenschaftsreporter stellen muss, ist immer dieselbe: Wer bezahlt die Musik? Wenn ein Pharmakonzern, dessen rote Biotechnologie sich in der Medizin weitgehend durchgesetzt hat und erheblich zum Umsatz beiträgt, plötzlich das Wort Nachhaltigkeit buchstabiert, dann riecht das Labor. Nach Marketing. Nach einer Theke, an der die Kasse klingelt.
Deutschland, so heißt es, demonstriert seit Jahren, dass strenge biopolitische Gesetze den Biotech-Standort nicht beeinträchtigen. Die deutsche Politik reagiert auf die schnelle Entwicklung der Biotechnologie mit strengeren Regulierungen — eine Reaktion, gewiss. Doch der Innovationsdruck bleibt: im globalen Wettbewerb nicht zurückzufallen, was die Notwendigkeit betont, neue Technologien zu fördern. Ein Kreisverkehr aus Verbot und Förderung, in dem jede Maßnahme eine Begründung findet.
Neue Gentechnikmethoden erfordern eine sorgfältige Regulierung und Kontrolle, um potenzielle Risiken zu managen — ein Satz, dem niemand widerspricht. Aber wer kontrolliert die Kontrolleure? Die Autoren — welche Autoren? — fordern neue Qualitätskontrollmaßnahmen, um die Sicherheit von Impfstoffen zu gewährleisten und unbeabsichtigte Kontaminationen zu verhindern. Man beachte das Wort „unbeabsichtigt". Es wird vorgeschlagen, dass die Kontamination auf industrielle Prozesse zurückzuführen ist. Die Möglichkeit absichtlicher Kontamination wird nicht ausgeschlossen. So schreibt man das. So lässt man es stehen.
Amgen sitzt mit im Boot dieser Krebsforschung. Welche Krebsforschung? Gegen welchen Krebs? In welcher Phase? Mit welchem Budget? Die Nachricht sagt es nicht. Die Nachricht muss es nicht sagen. Die Nachricht ist der Anstrich.
Was bleibt: Ein Konzern, der nachhaltig wirken will, während rote Biotechnologie Milliardenumsätze einfährt. Ein Regulierungsapparat, der strenger wird, je schneller die Forschung läuft. Und ein Vokabular, in dem „Kontrolle" und „Förderung" dasselbe Wort bedeuten können — je nachdem, wer es ausspricht.
Unklar bleibt, wer in der Allianz zwischen Amgen und seinen Partnern tatsächlich profitiert — der Patient, der Aktionär, oder jene Struktur, die sich zwischen beiden längst eingerichtet hat?
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